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Die Wirkung von Aminosäuren in der Haarpflege

Endlich dem Haar etwas richtig Gutes tun! Doch: Wie sieht das spezielle Pflegeprogramm aus und was braucht das Haar wirklich? Proteine, Keratine, Panthenol – das sind die Inhaltsstoffe in der Haarpflege von heute. Und was kommt morgen? Eine ganz wichtige Rolle spielen dabei Aminosäuren.

AminosäurenEin einzelnes Haar, im Durchschnitt 0,12 mm dünn, trägt ein Gewicht von 100 Gramm. An hundert Haaren könnten locker zehn Kilo hängen, ohne dass eines reißt oder gar ausfällt. Haare lassen sich problemlos um die Hälfte ihrer ursprünglichen Länge dehnen und können 30 Prozent ihres Eigengewichts an Wasser absorbieren. Haar lässt sich formen, glätten, färben und wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzen. Ein unglaublich flexibles, elastisches und dabei widerstandsfähiges Material (in ägyptischen Gräbern wurde nahezu intaktes Haar gefunden) und ein lebenslang nachwachsender Rohstoff.

 

Bausteine unseres Lebens

All diese fantastischen Fähigkeiten verdankt das Haar vor allem einer genialen biochemischen Gruppe, ohne die der gesamte Mensch nicht existieren könnte – den Aminosäuren. Sie sind die Bausteine unseres Lebens und machen die Stütz- und Gerüstsubstanzen unseres Haares aus. Rund 90 Prozent seines Trockengewichtes bestehen aus langen Ketten von Aminosäuren, die durch Peptide verbunden sind und dann Proteine bzw. Keratine genannt werden. Meist sind Hunderte oder Tausende von Aminosäuren miteinander verknüpft. Der Aufbau der Proteine, d. h. die Reihenfolge der Aminosäuren, ist in der Desoxyribonukleinsäure (DNA) kodiert.

Obwohl das Haar ein so resistentes Material ist, macht es im Laufe seines Lebens (drei bis maximal sechs Jahre bleibt es auf dem Kopf) einen Prozess durch, den Dermatologen „Verwitterung“ nennen. „Das Rasterelektronenmikroskop kann eindrucksvoll zeigen, wie stark das Haar verwittert ist“, sagt Rudolf Happle, Professor für Dermatologie und Chef der Universitätsklinik Marburg. „Ähnlich wie das Leder unserer Schuhe wird das Haar mit der Zeit spröde, trocken, rau, zeigt Risse, verliert seine satte Farbe und den Glanz.“ Die Gründe: UV-Licht, Föhnen und Kämmen und andere Belastungen (z. B. Dauerwellen) zerstören die Aminosäuren oder zerreißen die Brücken zwischen den Aminosäuren.

Das Haar leidet wie unser Körper auch, z. B. nach Diäten, unter Eiweißmangel. Anders als bei einem Defizit unseres Körpers jedoch können wir unser Haar nicht über die Ernährung wieder ausreichend versorgen. Prof. Rudolf Happle: „Mit der Ernährung ist das Haarwachstum und die Qualität nicht zu beeinflussen.“ Die Reparatur muss von außen kommen – aus der Pflege. „Es gibt Hinweise darauf, dass Aminosäuren in Waschlösungen vom Haar aufgenommen werden. Aminosäuren sind dabei sogar sinnvoller und wirkungsvoller als Vitamine“, so Prof. Happle. Aminosäuren fügen sich direkt in die zerstörten Stellen des Haares ein und können die zerrissenen Verbindungen der Haarstruktur wieder auffüllen und so die natürliche Schönheit des Haars wieder herstellen.

Bildnachweis: laboko – Fotolia / Textnachweis: beautypress.de

 

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