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Richtige Zahnpflege verbessert die Allgemeingesundheit

Karies und Parodontitis sind weit verbreitet. Karies mit einer Verbreitung von über 90 Prozent liegt dabei mit Abstand an erster Stelle, gefolgt von Parodontitis, unter der zunehmend viele Deutsche leiden. Erst weit dahinter erscheinen Erkrankungen wie Depression, Bluthochdruck, Diabetes, Asthma oder Migräne in der Statistik.

 

Richtige ZahnpflegeDie Infektionskrankheit geht mit der Zeit – denn litten zur Römerzeit gerade einmal ca. 30 Prozent der Menschen unter Karies, sind es in der westlichen Welt heute vielfach über 90 Prozent.

Ursache ist auch eine weit verbreitete Unkenntnis: So glauben zum Beispiel mehr als 20 Prozent der Deutschen, dass Karies unvermeidbar sei. Jeder Vierte putzt nur einmal täglich Zähne, und 4 Prozent der Deutschen greifen sogar nie zur Zahnbürste.

 

Mundpflege und Allgemeingesundheit stehen in Verbindung. Immerhin kann der Mund bei mangelhafter Hygiene auch zur Eintrittspforte für schädliche Bakterien in den Körper werden, warnen Wissenschaftler. So können vor allem die Keime, die zu einer Parodontitis führen, das Risiko für schwerwiegende Erkrankungen erhöhen. Für eine Herzerkrankung mit tödlichem Ausgang steigt das Risiko um das 1,9- und für einen Schlaganfall um das 2,8-fache. Es gibt auch erste Hinweise darauf, dass die Parodontitis ein Risikofaktor für chronische Lungenerkrankungen sein kann.

 

Parodontitis gilt auch als Schwangerschaftsrisiko  Studien zeigten, dass entsprechende Bakterien eine Schwangerschaft komplizieren oder sogar Frühgeburten verursachen können. Unklar ist noch, ob Parodontitis dabei einen direkten Risikofaktor darstellt, oder ob es sich um eine indirekte Wechselwirkung handelt. Derzeit wird von einem 4-8-fach höherem Schwangerschaftsrisiko als bei Gesunden ausgegangen.

 

Ein Trend zur gründlichen häuslichen Vorsorge ist klar zu verzeichnen, sagen Experten. Als Hauptursachen gelten dabei das insgesamt gestiegene Gesundheitsbewusstsein der letzten Jahre, eine verstärkte Aufklärung über die Massenmedien, der gestiegene Wunsch nach einem ästhetischen Aussehen und die drohenden Ausgaben durch Behandlungen in der Zahnarztpraxis.

 

Das Zähneputzen hat eine lange Tradition und wurde zum Beispiel schon im alten Indien um ca. 500 v. Chr. mit Hilfe faserig gekauter Zweige und „Zahnpasta“ aus Honig, Öl und Gewürzen betrieben. Eine kontinuierliche Mundpflege mit Zahnbürste hat sich in Deutschland erst ungefähr ab der Mitte des 19. Jahrhunderts durchgesetzt. Heute werden zur gründlichen täglichen Mundpflege zahlreiche Hilfsmittel angeboten – von Handzahnbürste, Elektrozahnbürste und Zahncreme bis zu Zahnseide, Mundspüllösungen und vielem mehr.

 

Kinder sind inzwischen vorbildlich in der Mundpflege – zumindest, wenn man die regelmäßig erhobenen Zahlen zum so genannten Mundhygienestatus zu Grunde legt. Demnach haben 12-Jährige heute im Schnitt nur 0,7 kariöse, gefüllte oder wegen Karies fehlende Zähne. 1997 lag der Wert mit 1,7 noch erheblich höher. Deutschland gehört mit den jüngsten Werten auch im internationalen Vergleich zu den Besten. Es werden aber auch soziale Unterschiede festgestellt – so findet man bei etwa 10 Prozent der Kinder, zumeist aus sozial schwachen Familien, 60 Prozent aller Kariesfälle. Dabei ist gerade bei Kindern auf eine behutsame und gründliche Mundpflege zu achten, da ihr Zahnschmelz noch nicht vollständig ausgehärtet und somit empfindlicher für Schädigungen von außen ist.

 

Jugendliche lassen deutlich nach in der Mundgesundheit. Verantwortlich werden dafür unter anderem vermehrte Zwischenmahlzeiten aus Süßigkeiten und ein für den Zahnschmelz schädlicher Konsum von stark säurehaltigen Softdrinks gemacht. Wird mit dem Rauchen begonnen, drohen außerdem Zahnbetterkrankungen, und Piercings oder Zahnschmuck erschweren die Mundpflege zusätzlich. Als Hauptursache für den schwächeren Mundhygienestatus in jugendlichem Alter gilt die wachsende Selbstständigkeit: Denn mit steigender Eigenverantwortung sinkt oftmals die Bereitschaft zum gründlichen Zähneputzen. Darum sind die Eltern gefragt, in dieser Phase weiterhin ein Auge auf die Mundpflege ihrer heranwachsenden Kinder zu haben.

In der Alterzahnheilkunde hat es sich längst als Irrglaube herausgestellt, dass das Älterwerden zwangsläufig den Verlust der Zähne mit sich bringt. Voraussetzung für einen lebenslangen Erhalt der natürlichen Zähne ist jedoch neben dem regelmäßigen Kontrollbesuch beim Zahnarzt eine gewissenhafte häusliche Vorsorge – eine wichtige Erkenntnis angesichts der demographischen Entwicklung in Deutschland: Denn betrug der Anteil der Menschen, die 65 Jahre und älter sind im Jahr 2000 nach einer Erhebung noch 24,2 Prozent, werden es im Jahr 2030 schon 34,9 und 2040 sogar 52,6 Prozent sein – ein verstärktes Bewusstsein für eine altersgerechte Mundhygiene zu entwickeln, gewinnt also immer weiter an Bedeutung.

 

Insgesamt zu wenig beachtet wird die Mundpflege hier zu Lande. Das verrät die Statistik: Demnach verbrauchen die Deutschen im Durchschnitt gerade einmal rund 2 Zahnbürsten pro Kopf und Jahr. Viel zu wenig: Denn Zahnärzte empfehlen den Wechsel der Zahnbürste nach spätestens 3 Monaten, d. h. mindestens 4 Zahnbürsten im Jahr. Auch an den Produkten für Zahnzwischenraumpflege wird zuviel gespart. So liegt der Verbrauch von Zahnseide hier zu Lande gerade einmal bei 2,2 Prozent des empfohlenen Solls. Zudem stehen 4,6 tatsächlich verbrauchte Zahncremetuben einer empfohlenen Menge von 8,6 Tuben entgegen. Genau entgegengesetzt verhält es sich mit dem jährlichen Zuckerkonsum, der sich gefährdend auf die Zahngesundheit auswirkt: Hier werden 33 Kilogramm pro Kopf und Jahr, statt der erforderlichen 22 Kilogramm verzeichnet.

 

Der Markt für Mundhygieneartikel ist von enormer Bedeutung. Mit einem Gesamtvolumen von rund einer Milliarde Euro in Deutschland ist er größer als die Märkte für dekorative Kosmetik, Haarpflege oder Nassrasur. Dabei halten sich noch immer nur wenige Patienten an Zahnarztempfehlungen wie einen Bürstenwechsel alle drei Monate, den regelmäßigen Gebrauch von Zahnseide und andere wichtige Tipps. Änderte sich dieses Verhalten, würde der Markt für Mundhygieneartikel sogar einen Wert von rund 3,5 Milliarden Euro einnehmen.

Bildnachweis: ponsulak – Fotolia / Textnachweis: Oral-B

 

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