Archiv der Kategorie: Wissenswert

Joop!

Der deutsche Modeschöpfer Wolfgang Joop wurde am 18. November 1944 in Potsdam geboren.

Nachdem er die ersten Lebensjahre auf dem Gut der Großeltern verbracht hatte, zog er mit seiner Familie 1954 nach Braunschweig. Nach dem Abitur studierte Joop Werbepsychologie und anschließend Kunsterziehung. Beide Studiengänge brach er jedoch ab, arbeitete als Restaurator und widmete sich der Kunst. 1970 heiratete Wolfgang Joop. Auch seine Töchter, Mode- und Schmuckdesignerin Jette Joop und die Zeichnerin und Schriftstellerin Florentine Joop sind heute im künstlerich-kreativen Bereich tätig.

 

Gehobener Urban Chic

1970 gewann Wolfgang Joop einen Modewettbewerb der Zeitschrift Constanze. Anschließend arbeitete er als Moderedakteur, freier Journalist und wagte sich langsam auch ans Modedesign. Nachdem er seine ersten Arbeiten erst einmal anonym herausgebracht hatte, bedeutete seine Pelzkollektion 1978 den Durchbruch – er wurde für seinen „preußischen“, typisch deutschen Modestil gefeiert. In den folgenden Jahren ergänzten eine Damen- und Herrenkollektion sowie Parfüm, Schuhe, Schmuck und Brillen das Sortiment – das Label Joop! mit der ungewöhnlichen Schreibweise wurde zur Lifestyle-Marke*, die Mode stand für gehobenen Urban Chic. 1998 wurde die Joop GmbH mehrheitlich von der Wünsche AG übernommen, Joop war weiterhin als Chefdesigner tätig. 2001 schied er jedoch aus dem Unternehmen aus. Joop!, das inzwischen zur Holy Fashion Group gehört, wird derzeit von den Chefdesignern Matthias Rehbeck (Menswear) und Stefani Grosse (Womenswear) geführt.

 

Zahlreiche Auszeichnungen

Joop selbst gründete nach dem Ausscheiden mit seinem Partner Edwin Lemberg das Label Wunderkind, dessen detailreiche und farbenfrohe Mode nach krisenreichen Zeiten inzwischen wieder erfolgreich auf den Fashion Weeks präsent ist. Dabei beschränkt Wolfgang Joop, der bereits in den 80ern erst als Gastdozent, dann als Honorarprofessor an der Berliner Hochschule der Künste lehrte, seine Tätigkeiten weiterhin nicht nur aufs Modedesign: Er engagiert sich für zahlreiche soziale Organisationen, veröffentlichte bereits mehrere Bücher, stellt seine Bilder und Illustrationen aus und war u. a. auch in der 9. Staffel von Germany’s next Topmodel als Juror zu sehen. Wolfgang Joop gilt als einer der erfolgreichsten deutschen Modeschöpfer. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Medienpreis der Bild-Zeitung (2005), dem Bambi (2009) und dem Designpreis der Bundesrepublik Deutschland in der Kategorie Lebenswerk (2012).

Düfte von Joop!* >>

Bildnachweis: Netaction / Textnachweis: fashionpress.de / *Werbelinks

Kenzo

Kenzo Takada wurde am 27. Februar 1939 in der japanischen Präfektur Hyogo geboren.

Der Sohn eines Hotelbesitzers aus Himeji studierte auf Wunsch seiner Eltern Fremdsprachen an der Universität Kobe.Der seit frühester Jugend an Mode interessierte Kenzo brach dieses Studium ab und besuchte 1958 die renommierte Modeschule Bunka Fukuso Gakuin in Tokio. Der Designer lebt seit 1965 in Paris und eröffnete dort 1970 eine kleine Boutique, das „Jungle Japonaise“. Seine Mode und Parfüms vermarktete er unter seinem Vornamen Kenzo.

 

Lieblingstier Elefant

Berühmt wurde der „Ideenmann“ in den 70er Jahren durch seine farbenfrohe Mode, die japanische Tradition mit westlichen Einflüssen verbindet. Kenzo`s Lieblingstier ist der Elefant. Auf seinen Modenschauen in Zirkuszelten ließ er Kunstreiterinnen mit Elefanten auftreten. Beim Finale ritt Kenzo selbst auf einem Elefanten in die Manege ein. Seine erfolgreiche Parfümkollektion startete er 1988 mit seinen beliebten Damendüften. Das erste Herrenparfüm Kenzo pour Homme kreierte er 1991. Die Luxusgütermarke LVMH kaufte ihm 1993 für umgerechnet 29 Millionen Euro sein Unternehmen ab. Dort war er weiter als Berater tätig. Kenzo Takada zog sich 1999 nach 30 erfolgreichen Jahren endgültig aus dem Mode- und Parfümgeschäft zurück. Ende 1999 wurde er in New York für sein Lebenswerk mit dem Preis „Time for Peace“ ausgezeichnet. Kenzo und seine Familie bleiben der Metropole Paris treu. Sein Haus nahe der Bastille verkaufte er für ca. 12 Millionen Euro. In einem ehemaligen Bootshaus mit 250 qm fand er sein neues Familiendomizil. Am 04. Oktober 2020 starb Kenzo Takada im Alter von 81 Jahren an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung.

Düfte von Kenzo* >>

Bildnachweis: 360b – Shutterstock / *Werbelinks

Flakon

Der Flakon (auch „das“ Flakon) ist ein meist aus Glas geschliffenes Gefäß, das hauptsächlich zum Aufbewahren von Parfüm genutzt wird.

Die Ägypter entdeckten ca. 2000 Jahre v. Chr. die Herstellung von Glas. Im Laufe der Jahre lernten sie daraus Gefäße herzustellen, welche Flüssigkeiten beinhalten konnten. Die Schalen, Kolben und Flakons bekamen unterschiedliche Formen und wurden mit Ornamenten verziert. Die ägyptischen Parfümflaschen sind auch heute noch wunderschöne und außergewöhnliche Behältnisse für edle Düfte*.

 

Auffällig & schön

Mit ihren Formen und Farben aus 1001 Nacht begleiten sie uns auf eine Reise durch den Orient und verleiten uns zum Träumen. In der Belle Époque (ca. 1884 bis 1914) wurde Parfüm zum Luxusartikel und seit dieser Zeit in edlen Flakons aufbewahrt. Heute gibt es unter den Parfümflakons viele verschiedene Formen und Farben. Um das Interesse bei den Kunden zu wecken, suchen die Designer nach immer raffinierteren Kreationen. Viele ausgefallene Flakons können deshalb auch als Wohnaccessoires in dafür ausgesuchten Vitrinen oder als Dekoration im Badezimmer genutzt werden. Auffällige und schöne Parfümflakons bietet Jean Paul Gaultier. Seine Torsos haben einen hohen Wiedererkennungswert. Auch Lolita Lempicka bezaubert uns mit romantischen Flakons. Bei Thierry Mugler oder Vivienne Westwood fallen die exzentrischen Ausführungen besonders ins Auge.

Bildnachweis: Hallgerd – Fotolia / *Werbelinks

Ambra

Die Ambra oder der Amber (arabisch) ist eine Substanz aus dem Verdauungstrackt von Pottwalen.

Die graue, wachsartige Substanz schützt bei der Nahrungsaufnahme den Magen des Pottwales. Die unverdaulichen Teile,  z.B. Schnäbel oder Hornkiefer des Tintenfisches, werden darin eingebettet. Sie wird durch Stürme an die Küste gespült oder in Klumpen bis zu 10 kg auf dem Meer treibend gefunden. Frische Ambra riecht abstoßend.

 

Handelsverbot

Erst durch jahrelangen Kontakt mit Luft, Salzwasser und Licht erhält sie ihre feste Konsistenz und den angenehmen, warmen, lieblichen und sinnlichen Duft, der für die Parfümherstellung verwendet wird. Gemäß dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen und dem damit verbundenen Handelsverbot von Pottwalprodukten wird Ambra heute überwiegend von synthetisch hergestellten Duftstoffen ersetzt.

Düfte mit Ambra*

Bildnachweis: Michael Rosskothen – Fotolia / *Werbelinks

Vera Wang

Die Designerin Vera Wang wurde am 27. Juni 1949 in New York City als Tochter wohlhabender chinesischer Eltern geboren.

Nach einer ersten Karriere als Eiskunstläuferin entschied sie sich für die Welt der Mode. Nach ihrem Abschluss am New Yorker Sarah Lawrence College wurde Vera Wang 1969 in der Moderedaktion der Vogue erst Assistentin, dann Fashion Editor und 1972 – mit gerade mal 23 Jahren – die jüngste Redakteurin in der Geschichte der Zeitschrift. Mitte der 80er-Jahre wurde sie für zwei Jahre als Design Director für die Polo Ralph Lauren Corporation tätig.

 

Stilvolle Brautmoden

Entschlossen, ihren langjährigen Lebensgefährten Arthur Becker zu heiraten, schneiderte sie – nachdem sie auf der Suche nach einem eleganten Brautkleid nicht fündig geworden war – kurzerhand ihr Hochzeitskleid selbst. Als Vera Wang dann Anfang der 90er-Jahre ihr eigenes Studio im Carlyle Hotel in New York City eröffnete, verfolgte sie hier ihre Idee weiter, stilvolle Brautmoden zu kreieren. Nebenbei stellte sie auch Trikots für den Eiskunstlauf her – in einem ihrer Entwürfe gewann Eiskunstläuferin Nancy Kerrigan 1994 bei den Olympischen Spielen die Silbermedaille.

Innerhalb kürzester Zeit wurde das kleine Brautmodengeschäft – auch bei prominenten Persönlichkeiten – zum Erfolg, so dass Vera Wang ihre Brautmodenkollektion auch auf Abend- und Brautjungfernkleider ausdehnte. Neben ihrer exquisiten Brautmodenlinie entwarf sie zudem auch Nachtwäsche, Brillen, Schuhe und seit 2002 auch immer wieder hauseigene Parfüms. 2005 wurde sie in der Kategorie Womenswear Designer of the Year mit dem CFDA-Award ausgezeichnet. 2007 brachte sie sehr erfolgreich eine günstige Kollektion namens Capsule Collection auf den Markt, bis 2013 umfasste das Sortiment zudem eine Männerlinie, hochwertiges Porzellan und einer Prêt-à-porter-Kollektion.

 

Kreative und künstlerische Akzente

Die Designerin lebt immer noch in ihrer Geburtsstadt New York und hat zwei Töchter. Nach wie vor ist Vera Wang für ihre stilvollen Brautkleider am bekanntesten. Einst sorgte sie für Furore, als sie den etwas öden und kitschigen Brautmodenmarkt mit ihren Kreationen aufmischte – heute sind ihre Entwürfe auch regelmäßig in Filmen und Serien zu sehen. Die mit viel Liebe zum Detail handgearbeiteten Kleider* zeigen eine völlig neue Interpretation der modernen Romantik – und die Braut schreitet darin elegant, feminin und gleichzeitig selbstbewusst zum Altar. Auch wenn Vera Wang ihre Liebe zu Weiß oft unter Beweis stellt, scheut sie sich doch nicht, ihre Kleider auch in zartes Rosé oder fruchtige Korallfarben zu tauchen und kreative wie auch künstlerische Akzente zu setzen.

Düfte von Vera Wang* >>

Bildnachweis: JStone – Shutterstock / Textnachweis: fashionpress.de / *Werbelinks