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Rund um die Zahncreme

ZahncremeJeder verwendet sie, doch nur wenige wissen, was wirklich in ihr steckt: Zahncreme ist längst zu einer Art High-Tech-Produkt geworden. Denn heute fließt das Wissen aus jahrzehntelanger Forschung genauso wie neue Wellness-Trends in die Entwicklung moderner Zahncremes mit ein.

Einige Grundbedingungen aber sind zeitlos: So muss eine gute Zahncreme die sanfte, aber effiziente Entfernung schädlicher Zahnbeläge unterstützen und damit Karies, Zahnfleischbluten und Entzündungen vorbeugen.

Obendrein stärkt sie die Zähne durch ihren Fluorid-Anteil und verleiht einen angenehmen frischen Atem. Neben diesen Basisvoraussetzungen können moderne Zahncremes aber auch noch weitere Eigenschaften und Spezialisierungen aufweisen.

 

Der Siegeszug der Zahncreme begann in Deutschland erst im Jahr 1907. Der Apotheker Heinsius von Mayenburg kam in Dresden auf die Idee, aus Zahnpulver und Mundwasser eine Paste zu mischen und in Tuben zu füllen, die den heutigen Zahncremes mit ihrem frischen Minzgeschmack schon sehr ähnlich war. Unter dem Namen Chlorodont gelangte die Zahncreme zu Weltruhm, geriet aber ab 1945 wieder in Vergessenheit. In den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts sollte Zahnpasta für jedermann erschwinglich werden: Die Firma Blendax brachte das erste kostengünstige Produkt auf den Markt, das auch in Lebensmittelgeschäften zu bekommen war. Rund 20 Jahre später gab es einen Quantensprung zur medizinisch wirksamen Zahncreme. Zusammen mit der Mainzer Apothekerin Hafer entwickelten Zahn-Experten 1951 die erste Zahnpasta, die vorbeugend wirkte gegen Zahnfleischbluten, dem ersten Anzeichen einer beginnenden Parodontitis. Die erste Fluorid-Zahncreme wiederum kam 1955 auf den Markt. Seither sind viele weitere Wirkstoffe hinzugekommen, die den Schutz vor Karies, Zahnfleischentzündung und Zahnstein optimieren.

 

Zahncreme ist High-Tech und damit weit mehr als ein bisschen Schaumbildner und Schlämmkreide. Denn in den Laboratorien der Mundhygiene-Unternehmen werden die Rezepturen für eine optimale Zahnpflege stetig verbessert und dem neuesten Stand der Wissenschaft angepasst. In manchem Produkt finden sich bis zu 100 Substanzen, die den bestmöglichen Schutz vor Zahnerkrankungen garantieren sollen. Nur eine ausgewogene Mischung verschiedener Inhaltsstoffe liefert ein perfektes Putzergebnis. Schaumbildner wie Natrium-Laurylsulfat sorgen für eine gute Verteilung der Zahncreme im gesamten Mundraum und lösen gleichzeitig auch an versteckten Stellen Speisereste von den Zähnen. Wenn nun noch die Putzkörper aus Kieselerde sanft mit der Bürste über den Zahn gerieben werden, ist ein wichtiger Teil der Reinigung erledigt. Zur Vorbeugung gegen Karies sollte vor allem auch Fluorid in der Creme enthalten sein. Beliebt sind Zahncremes, die Komplettschutz bieten und mehrere Bedürfnisse auf einmal abdecken.

 

Schon ein wenig ist ausreichend – denn im Gegensatz zur landläufigen Meinung muss die Bürste nicht von vorne bis hinten mit Zahncreme bedeckt sein. Bereits eine erbsengroße Menge reicht, um eine optimale Zahnpflege zu erzielen. Wichtig ist es, nach dem Ausspucken der Zahncreme nicht mit Wasser nachzuspülen. Nur so kann das Fluorid noch lange vor Karies schützen.

 

Das Spurenelement Fluorid hat sich als wahres Wundermittel gegen Karies bewährt. Es erhöht die Widerstandsfähigkeit des Zahnschmelzes gegen Säuren aus dem Zahnbelag und der Nahrung, die wichtige Substanzen aus dem Zahn herauslösen. Fluorid hilft dabei, den Zahn wieder hart zu machen. In Lebensmitteln ist nur selten Fluorid enthalten. Darum wird den meisten Zahncremes seit den 50er Jahren Fluorid beigemengt. In welcher Form das Fluorid seine besten Resultate erzielt, als Natrium-Fluorid oder Amin-Fluorid, ist auch unter Experten noch umstritten. Belegt ist allgemein der durchschlagende Erfolg: Die zunehmende Verbreitung fluoridierter Zahncremes und fluoridierten Speisesalzes haben die Zahngesundheit weltweit kontinuierlich verbessert.

 

Zum Schutz vor Zahnfleischentzündungen und Parodontitis enthalten einige Zahncremes antibakterielle Zusätze wie beispielsweise Triclosan. Es bewirkt, dass sich Zahnbelag langsamer aufbaut. Entzündungshemmende Substanzen wie Kamillen- und Salbei-Extrakt lassen Rötungen und Schwellungen des gestressten Zahnfleisches zurückgehen.

 

Auch gegen Zahnstein kann Zahncreme vorbeugen. Normalerweise ist Zahnbelag ein zäher Film auf den Zähnen, der sich durchs Zähneputzen leicht entfernen lässt. Doch unter bestimmten Umständen härtet der Belag zu Kristallen aus – es entsteht Zahnstein. Die Säure, die diese Kristallbildung möglich macht, stammt von den Bakterien im Belag. Da sie mit Mineralien reagiert, die direkt aus den Speicheldrüsen im Mund kommen, findet man in deren Nähe auch den meisten Zahnstein. Das angrenzende Zahnfleisch, gereizt durch die Keime im Zahnstein, entzündet sich schnell – eine Parodontitis kann die Folge sein. Haben sich die lästigen Verkalkungen erst einmal gebildet, helfen zwar auch Zahncreme und Zahnbürste nicht weiter, doch selbst wenn Zahnstein nicht gänzlich verhindert werden kann: Bestimmte Substanzen in der Zahncreme unterbinden eine rasche Entstehung der Verkalkungen. Pyrophosphate und Zinkverbindungen schieben der Kristallisation einen Riegel vor, ohne die wichtige Remineralisierung des Zahnschmelzes zu gefährden.

Bildnachweis: Seamartini Graphics – Fotolia / Textnachweis: Oral-B

 

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