Schönheitstempel für Lifestyle & Parfüm

Kann Gesichtsöl auch bei fettiger Haut verwendet werden?

GesichtsölDr. Michaela Arens-Corell, Leiterin der medizinisch-wissenschaftlichen Abteilung der Sebapharma GmbH & Co KG:

„Da fettige Haut einen Überschuss an Talgfett produziert, sollten Pflegeprodukte keinesfalls die Fettmenge auf der Hautoberfläche weiter steigern. Es werden Produkte mit so genannten trockenen Ölen angeboten, die zumindest im Hinblick auf das Hautgefühl keine Probleme bereiten. Einem verstärkten fettigen Glanz kann mit mattierenden Puderpartikeln entgegengewirkt werden.

Für die Behauptung, dass Zufuhr von Fett über die Pflege eine Reduktion der Talgbildung verursacht, gibt es keine wissenschaftlichen Beweise. Zusätzlich muss darauf geachtet werden, dass die Ölbestandteile die Mitesserbildung nicht fördern (Komedogenität). Verbreiteter bei der Pflege fettiger Haut sind fettfreie Pflegegele wie sebamed Unreine Haut Pflegegel oder Cremes mit nachgewiesenen Hemmeffekten auf die Talgbildung wie sebamed Unreine Haut Mattierende Creme.“

 

Yurie Nakajima, Medizinisch Wissenschaftliche Leitung bei frei öl®:

„Ja, auch bei fettiger Haut kann ein Gesichtsöl verwendet werden: Das Gesichtsöl sollte dann idealerweise pflanzliche Öle enthalten, die die Talgproduktion regulieren und bei Unreinheiten auch antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften aufweisen. Am besten ein Trockenöl verwenden, da sie schnell in die Haut einziehen und keinen Fettglanz auf der Haut hinterlassen. Anwendung auf feuchter Haut (in Kombination mit Wasser Bildung einer „Spontanemulsion“, zieht somit schneller und besser ein).“

 

Lilith Schwertle, Naturkosmetikexpertin Weleda:

„Aus ganzheitlicher Sicht eindeutig ja – denn unsere Haut hat die Fähigkeit zur Regulation. Besonders bei unreiner, fettiger Haut wirken einige pflanzliche Öle regulierend und können helfen, das Hautbild zu verbessern. Eine passende Komposition für fette unreine Haut ist die 7-Tage Glättende Schönheitskur mit kostbaren Pflanzenölen wie Wildrosenkernöl, Jojobaöl, Nachtkerzenöl, Mandel- und Pfirsichkernöl.“

 

Bettina Zammert, Bereich Communication & PR bei Dermalogica, staatlich geprüfte Kosmetikerin und Ing-Ass. Biotechnik/Körperpflege:

„Eine spannende Frage, die tatsächlich nicht so einfach mit ja oder nein zu beantworten ist. Eine fettige Haut weist lt. Definition eine übermäßige Aktivität der Talgdrüsen auf. Dieser Talg gelangt an die Hautoberfläche und sorgt so für eine gewisse Schutzfunktion. Das bedeutet aber nicht, dass eine fettige Haut auch immer eine intakte Schutzbarriere aufweist. Die zwei Hauptfaktoren, die diese Schutzfunktion ermöglichen, sind der Natural Moisturising Faktor (NMF = natürlicher Feuchtigkeitsfaktor) und die Lipidmembrane.

Der NMF ist das Ergebnis einer Kombination aus Aminosäuren und Abbauprodukten des Filaggrin (spielt beim Verhornungsprozess eine Rolle) sowie Sekreten aus den Schweiß- und Talgdrüsen (inklusive Urea, Salze und organische Säuren). Die hauteigenen Lipide werden von den Talgdrüsen produziert als auch von den sogenannten Lamellar Bodies. Eine gesunde Hautbarriere benötigt also die richtige Menge an Ceramiden, Cholesterol und Fettsäuren. Somit kann u. U. für eine fettige Haut mit gestörter Barriere auch die gelegentliche Anwendung von Gesichtsölen auf pflanzlicher Basis hilfreich sein. Eine eindeutige Absage sollte man allerdings Ölen auf Basis von Paraffinum Liquidum erteilen. Diese sorgen eher für eine Beeinträchtigung der Barriere und verstopfen die Follikel.“

 

Evelyne A. Hügli-Frey, International Training, BCG Cosmetics Group GmbH:

„Grundsätzlich spricht nichts gegen die Verwendung eines Öls bei einer fetten Haut. Es ist eher ein psychologisches Problem, das jemand mit fetter Haut kein Öl mag. Es gibt auf dem Markt verschiedene Öle, die speziell bei fetter und Akne Haut eingesetzt werden können wie zum Beispiel das Teebaumöl, welches eine antiseptische Wirkung hat. Thymianöl hat ebenfalls eine antiseptische und sebumregulierende Wirkung. Jojobaöl eignet sich auch bei einer fetten, eher empfindlichen Haut, da es entzündungshemmend ist. Trockene Hautöle wie das von Dr. Scheller werden bei einer anspruchsvollen fetten Haut gerne zur Regeneration benutzt.“

 

Dr. med. Stefan Duve, Dermatologe, Haut- und Laserzentrum an der Oper in München:

„Ja, auch fettige Hauttypen können mit einem Gesichtsöl gepflegt werden, vorausgesetzt dieses ist von bester Qualität, speziell auf den Hauttyp abgestimmt und somit nicht komedogen. Teebaumöl zum Beispiel begünstigt das Abklingen von Entzündungen und wirkt trotz seiner fettigen Textur sebumregulierend. Das Gleiche gilt übrigens auch für Hanf-, Schwarzkümmel- und Traubenkernöl. Wichtig: Sollte sich das Hautbild nicht normalisieren oder widererwartend sogar verschlechtern, unbedingt einen Dermatologen oder eine erfahrene Fachkosmetikerin zu Rate ziehen.“

 

Petra Lauble, National Sales und Training Manager Elizabeth Arden:

„Ja, denn die Haut hat fast immer Feuchtigkeitsbedarf, egal ob sie fettig oder trocken ist. Wichtig ist jedoch die richtige Anwendung. Eine haselnussgroße Menge von dem Öl vorranging auf Wangen, Hals und Dekolleté auftragen und darauf achten, dass die T-Zone ausgespart wird. Ein tolles Öl, welches zusätzlich eine pflegende Wirkung hat, ist das Eight Hour®All-over Miracle Oil.“

Bildnachweis: Charlotte Meentzen / Textnachweis: beautypress.de

 

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