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Paloma Picasso

Geboren wurde Paloma Picasso als Ann Paloma Gilot am 19. April 1949 im französischen Vallauris.

Erst Ende der 1960er Jahre erhielten sie und ihr Bruder den Nachnamen des berühmten Vaters. Obwohl dieser einer der bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts war, wollte Paloma nicht in seine Fußstapfen treten. Dennoch blieb Kunst ein wichtiger Teil ihrer Welt. Auch wurde das Mädchen wiederholt von ihrem Vater porträtiert, u. a. im Bild „Paloma l‘orange“ im Jahre 1951.

 

Authentisches Potential

Bereits als Kind interessierte sich Paloma Picasso für Schmuck. Sie konnte sich stundenlang auf Flohmärkten aufhalten, stets auf der Suche nach den schönsten Steinen mit den außergewöhnlichsten Formen und Farben, die sie verwendete, um ihren eigenen Schmuck herzustellen. Ihre Kreationen zeigte sie ihrem Freund Yves Saint Laurent, der daraufhin vorschlug, seine Kollektion zu begleiten. 1971 ergatterte sie darüber hinaus einen großen Auftrag des griechischen Schmuckherstellers Zolotas. Die Arbeit brachte ihr große Anerkennung und stellte ihr authentisches Potential heraus. Endlich trat die junge Frau aus dem Schatten ihres Vaters und gewann mehr Vertrauen als Designerin. 1980 schlossen sich Schmuckentwürfe für Tiffany & Co. an. Kurz danach wurden Schmuck, Sonnenbrillen, Parfüms, Geschirr, Bettwäsche, Bestecke, und diverse Textilien und Kosmetika unter ihrem eigenen Markenzeichen vertrieben. Sie ist Gründerin der Modelabels Paloma Picasso Lunettes.

 

Einfluss auf die Mode

Mir ihrer Exzentrizität, ihrem Mut und ihrer Originalität hat sie sich einen Namen in der  künstlerischen Welt gemacht. Schnell wurde sie zum Sinnbild für Glamour und Retro-Ästhetik. Als Designerin war sie konsequent in der Art und Weise, Entscheidungen zu treffen. Einst soll sie gesagt haben: „Manchmal verlasse ich das Haus, nur um Brötchen zu holen und kleide mich dennoch sehr schick. Ich kleide mich für mein eigenes Vergnügen an.“ Picasso besitzt das, was die Franzosen „Jolie laide“ nennen. Frauen, die mit diesem schwer zu definierenden Merkmal ausgestattet sind, passen nicht unbedingt in den anwendbaren Schönheitskanon, sondern gehen wegen ihres Charakters und ihrer Gegenwart über modische Konventionen hinaus und sind viel beeindruckender als die klassische Schönheit. Über ihren bedeutenden Einfluss auf die Mode der 70er, 80er und 90er Jahre schrieb Anne Stegemeyer im dritten Teil des Buches „Who’s Who in Fashion“. Sie war mit dem argentinischen Geschäftsmann Rafael Lopez-Cambil 21 Jahre verheiratet. Bald nach der Scheidung heiratete sie den französischen Arzt Eric Thevenet. Die Designerin lebt seit 2001 in Lausanne in der Schweiz.

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Bildnachweis: wikipedia.org/Eduardo Correa / Textnachweis: fashionpress.de / *Werbelinks

Laura Biagiotti

In Italien, wo Laura Biagiotti 1943 zur Welt kam, hielt sich ihr Spitzname „White Lady“ bis zu ihrem Tod am 26. Mai 2017. Weiß galt als die Lieblingsfarbe der Designerin, die sich auf Modeschauen gern in diesem Ton zeigte.

Laura Biagiotti, die als Tochter eines Managers und einer Schneiderin geboren wurde, begann zunächst ein Archäologie- und Literaturstudium an der Universität Rom. Dieses brach sie jedoch wieder ab, um ihrer Mutter in deren Modeatelier auszuhelfen.

 

„Queen of Cashmere“

Immer mehr fühlte sich die junge Frau der Modewelt zugewandt, so dass sie 1966 schließlich ihre erste Prêt-à-porter Kollektion für Emilio Schuberth entwarf. In den darauffolgenden Jahren arbeitete sie für Roberto Capucci und Rocco Barocco. Ihre erste eigene Kollektion stellte sie 1972 in Florenz vor. Diese zeigte sich als absolut erfolgreiches Debüt und zog die Aufmerksamkeit der Presse sowie einflussreicher Persönlichkeiten aus der Modewelt auf sich. Kurz darauf entwickelte sich die Marke Laura Biagiotti zu einer der bekanntesten Europas. Biagiottis Kaschmir-Kollektionen brachten ihr den Titel „Queen of Cashmere“. Ihre Entwürfe sind stets elegant, die Materialien – Chiffon, Spitze, Samt und Seide – von höchster Qualität. 1978 kam ihre Tochter Lavinia zur Welt.

Seit dem Jahr 1982 betätigte sich Laura Biagiotti auch als Duftdesignerin. Ihr erster Duft heißt Fiori Bianchi. Die Bestseller Roma und Venezia* wurden 1988 und 1992 eingeführt. 1986 begann sie mit der Produktion von Kinder-, Teenager-, Jeans- und Sportmode und deckte damit alle Altersgruppen ab. Als bedeutendster Tag ihrer Karriere gilt der 25. April 1988. Biagiotti war die erste italienische Designerin, die ihre Mode in der Volksrepublik China präsentieren durfte. 30 Chinesinnen führten in Peking 125 Kleider der Biagiotti-Geschichte vor. Ihre Kollektion der edlen Materialien erreichte damit nun endgültig Weltbekanntheit. Laura Biagiotti starb am 26. Mai 2017 im Alter von 73 Jahren nach einem Herzinfarkt. Ihre Tochter Lavinia kümmert sich um einen Großteil der Geschäfte.

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Bildnachweis: WELT.de / Textnachweis: fashionpress.de / *Werbelinks

Mark Buxton

Mark Buxton absolvierte seine Ausbildung in den achtziger Jahren an der Parfümeursschule in Holzminden. Seit über 20 Jahren arbeitet er für die wichtigsten internationalen Prestige-Marken wie LVMH, COTY, L‘OREAL, PUIG, P&G, INTERPARFUMS, CARTIER, ITF COSMETICS und viele andere mehr.

Er kreierte Düfte für Kultdesigner, Juweliere und zahlreiche Fashion Marken. Zu seinen bekanntesten Parfümkreationen gehören unter anderem die Düfte Karl Lagerfeld Kapsule Light*, Jil Sander Scent 79 Man*, Joop! All about Eve*, Comme des Garçons*, Gianfranco Ferre Acqua Azzurra for Men* oder Burberry Weekend pour Femme.

Seit 2010 arbeitet Mark Buxton als Freelancer und Berater seines eigenen Unternehmens „Mark Buxton Perfumes“ und entwickelt Düfte für L‘Oréal, Coty (Chopard), P&G (Mexx pour Homme) sowie Mäurer & Wirtz (Otto Kern pour Homme).

Bild- und Textnachweis: beautypress.de / *Werbelinks

Donna Karan

Die US-amerikanische Modedesignerin Donna Karan wurde am 02. Oktober 1948 als Donna Ivy Faske in New York City geboren. Ihr Vater war als Maßschneider tätig, ihre Mutter Showroom-Model – und auch Donna Karan arbeitete mit 14 Jahren bereits in einer Modeboutique in New York, weshalb sie die Schule abbrach.

Durch gute Kontakte ergatterte sie später einen Ausbildungsplatz an der Parsons School of Design in Manhattan, die sie jedoch ohne Abschluss wieder verließ. Stattdessen wurde die ehrgeizige Donna Karan nach einem Aushilfsjob bei dem Label Anne Klein Assistant Designer. Nach dem Tod der Firmengründerin Anne Klein übernahm sie die Geschäfte ab 1974 zusammen mit ihrem Kollegen Louis Dell‘Olio. Sie blieb dem Unternehmen bis 1984 treu. 1984 machte sich Donna Karan mit ihrem zweiten Ehemann, dem Bildhauer Stephan Weiss, und dem japanischen Eigentümer von Anne Klein selbstständig.

 

Donna Karan New York

Nur ein Jahr später gründete sie ihr Modelabel Donna Karan New York. Bereits ihre erste Kollektion, die sie noch im selben Jahr präsentierte, wurde so erfolgreich, dass sie vom Council of Fashion Designers of America zur Designerin des Jahres gekürt wurde. Um auch die jüngere Zielgruppe zu integrieren, stellte Donna Karan 1989 ihr etwas preisgünstigeres Label DKNY (kurz für Donna Karan New York) vor. Es folgten die Brillenkollektion Donna Karan Eyewear und die Streetwear-Kollektion DKNY JEANS. Weitere Nebenlinien waren die sportliche DKNY Active, DKNY Underwear sowie die inzwischen wieder eingestellten DKNY Kids und DKNY JEANS Juniors.

1992 kamen sowohl das erste Parfüm Donna Karan New York als auch Herrenmode, Schuhe und Dessous auf den Markt. Seit 2005 gibt es einen firmeneigenen Onlineshop. Nach vielen erfolgreichen Jahren verkaufte Donna Karan ihr Unternehmen schließlich 2001 für 643 Millionen Dollar an LVMH, das inzwischen einige ihrer Linien eingestellt hat. Sie blieb weiterhin als Chefdesignerin tätig, zog sich jedoch aufgrund der schweren Krankheit ihres Mannes weitgehend zurück. Nach dessen Tod gründete sie in seinem ehemaligen Atelier ihre Urban Zen Foundation Initiative Stiftung, die u. a. Yoga für Krebspatienten anbietet.

 

Lieblingsfarbe Schwarz

Inzwischen designt Donna Karan nicht mehr selbst, achtet jedoch darauf, dass ihre Kreationen dem typischen Donna-Karan-Stil treu bleiben. Am Ende jeder Schau zeigt sie sich bis heute auf dem Laufsteg. Für ihre Mode legt Donna Karan großen Wert darauf, dass sie die Entwürfe auch selbst tragen und sich darin wohlfühlen würde. Um ausreichend Bequemlichkeit zu erreichen, verwendet die Designerin hauptsächlich Elastan. Auch für fülligere Damen finden sich stets passende Teile. Donna Karans bekannte Basisteile, die „Seven Easy Pieces“, legten den Grundstein für den schnellen Übergang von der Tages- zur Abendgarderobe. Ihre Lieblingsfarbe Schwarz kombiniert sie gerne mit diversen bunten Farben.

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Bildnachweis: Photo Works – Shutterstock / Textnachweis: fashionpress.de / *Werbelinks

Paco Rabanne

Der Modeschöpfer Paco Rabanne wurde 1934 als Francisco Rabaneda-Cuervo im spanischen San Sebastián geboren. Der Beruf seiner Mutter, die als „erste Schneiderin“ für Balenciaga tätig war, sollte ihn entscheidend prägen.

Wegen des Spanischen Bürgerkrieges, dem sein Vater zum Opfer fiel, flohen die beiden 1939 nach Paris, wo Paco Rabanne 1952 ein Architekturstudium begann. Während diesem ging er jedoch seiner zweiten Leidenschaft nach und fertigte Modeskizzen an. Ende der 50er-Jahre arbeitete er bereits als Modezeichner für Designer wie Cardin, Givenchy und Courrèges.

 

Aufsehenerregende Mode

1965 eröffnete Paco Rabanne schließlich sein eigenes Atelier und präsentierte im folgenden Jahr seine erste Kollektion. Die Show hierfür wurde, was für diese Zeit neuartig war, mit Musik untermalt und zeigte ungewöhnliche Mode. Rasch verzeichnete er zunehmende Erfolge; 1968 entwarf Paco Rabanne die Kostüme für mehrere Filme, darunter den von Jane Fonda getragenen berühmten Catsuit für den Science-Fiction-Film Barbarella. Insgesamt prägte Paco Rabanne die Mode der 60er-Jahre entscheidend mit und wurde einer der größten Modemacher dieser Zeit. Gerne verwendete der an industriellen Themen interessierte Designer ungewöhnliche Materialien wie Metall oder Plastik; berühmt wurden auch seine aus Ringen und Metall angefertigten „Kettenhemden“. Wegen seiner aufsehenerregenden Mode wurde Paco Rabanne in den 60ern auch als Rebell und Enfant terrible der Pariser Modeszene bezeichnet.

 

Astrologie und Mystik

Das Interesse an seiner „futuristischen“ Fashion ließ in den 70ern jedoch nach – gefragter waren nun natürliche Materialien und ein „softerer“ Look, den Paco Rabanne in den 80ern ebenfalls designte. 1999 zeigte der Modeschöpfer schließlich seine letzte Kollektion. Paco Rabanne selbst zog sich nach und nach aus seinem Unternehmen zurück und widmete sich im Ruhestand nicht nur der Malerei, sondern auch seinen Interessensgebieten Esoterik, Astrologie und Mystik. Er gibt an, bereits in jungen Jahren Visionen gehabt zu haben. Für 1999 sagte er den Absturz der Raumstation Mir auf Paris voraus. Nach Paco Rabannes Abschied von der Modeszene zeichnete sich Rosemary Rodríguez einige Jahre für das Label verantwortlich, gefolgt von dem Amerikaner Patrick Robinson 2005. In den letzten Jahren wird die Marke Paco Rabanne jedoch hauptsächlich mit seinen Parfüms assoziiert; zuletzt sorgten 1 Million und Invictus für Aufsehen.

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Bildnachweis: pacorabanne.com / Textnachweis: fashionpress.de / *Werbelinks