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Ambra

Die Ambra oder der Amber (arabisch) ist eine Substanz aus dem Verdauungstrackt von Pottwalen.

Die graue, wachsartige Substanz schützt bei der Nahrungsaufnahme den Magen des Pottwales. Die unverdaulichen Teile,  z.B. Schnäbel oder Hornkiefer des Tintenfisches, werden darin eingebettet. Sie wird durch Stürme an die Küste gespült oder in Klumpen bis zu 10 kg auf dem Meer treibend gefunden. Frische Ambra riecht abstoßend.

 

Handelsverbot

Erst durch jahrelangen Kontakt mit Luft, Salzwasser und Licht erhält sie ihre feste Konsistenz und den angenehmen, warmen, lieblichen und sinnlichen Duft, der für die Parfümherstellung verwendet wird. Gemäß dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen und dem damit verbundenen Handelsverbot von Pottwalprodukten wird Ambra heute überwiegend von synthetisch hergestellten Duftstoffen ersetzt.

Düfte mit Ambra*

Bildnachweis: Michael Rosskothen – Fotolia / *Werbelinks

Yuzu

Die Yuzu gehört zu der Gattung der Zitruspflanzen. Die hybridogene Pflanze stammt aus der Familie der Rautengewächse.

Der dichte, aufrecht wachsende Strauch oder schmale Baum wird seit Jahrtausenden im mittleren Yangtse-Becken in China angebaut. Die Pflanze hat eine feine Belaubung, die im Winter abgeworfen wird. Die Zweige haben bis zu 3 cm lange Dornen. Die Frucht ist gelb bis hellorange und tennisballgroß. Das Fruchtfleisch ist leicht bitterlich und aromatisch-sauer.

 

Küche, Tee und Parfüm

Die Yuzu ist für die feine Küche entdeckt worden, da ihr Saft ein komplexeres Aroma hat wie die Zitrone. Das Öl der Schale wird in der Parfümindustrie verwendet. Für den koreanischen Yujacha, den Yuzu Tee, wird die feingeschnittene Frucht in Honig eingelegt und mit Wasser aufgegossen. Das Gewürz Yuzukosho wird gerne in der japanischen Küche verwendet und setzt sich aus Yuzu, Salz und Pfeffer zusammen.

Düfte mit Yuzu*

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Osmanthus

Osmanthus sind asternähnliche und lippenblütlerartige Duftblüten aus der Familie der Ölbaumgewächse. Die Osmanthus-Arten wachsen als immergrüne Sträucher oder Bäume und stammen ursprünglich aus China. Die Pflanze wird heute überwiegend in Japan und Indien angebaut. Hierzulande kann man Osmanthus in botanischen Gärten oder auf der Bodensee-Insel Mainau besichtigen.

In China wird die Pflanze vielfältig eingesetzt. Die Chinesen sehen in ihr das Sinnbild für Reinheit und Inspiration. In der ostchinesischen Millionenmetropole Hangzhou wird deshalb seit Jahrhunderten im Sommer das Osmanthus-Fest zelebriert.

 

Parfümierung von Tee

Die süßen Duftblüten werden seit dem 14. Jahrhundert zur Parfümierung von Tee verwendet. Der portugiesische Missionar und Botaniker Joao de Loureiro beschrieb erstmals im Jahr 1790 die Gattungen der etwa 30-40 Osmanthus-Arten. Die Pflanze, die in die Welt der Träume und Visionen einlud, wurde von den Rotchinesen verboten und fast ausgerottet. Der stimmungsvolle Duft passte nicht in ihr Revolutionskonzept. Aus ca. 1000 kg Blüten gewinnt man durch Hexanextraktion 1 kg ätherisches Osmanthusöl. Aufgrund dieses aufwendigen und kostenintensiven Trennverfahrens ist das absolue entsprechend teuer. Die schöpferischen Kräfte des ätherischen Öles beruhigen die Seele und geben Raum für Phantasie und Inspiration. Sie sind besonders wertvoll in Körper- und Massageölen. In der Aromawellness werden sie als Seelenbalsam eingesetzt. Die Osmanthusblüten finden als Gewürz und als Zutaten in Duftweinen und grünen Tees Verwendung.

Düfte mit Osmanthus*

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Frangipani

Die Duftpflanze Plumeria gehört zu der Familie der Hundsgiftgewächse und wurde von dem Botaniker Mercutio Frangipani Ende des 15. Jahrhunderts entdeckt. Die seltene Pflanze ist auch unter dem Namen Frangipani, Westindischer Jasmin, Wachsblume, Tempelbaum und Flore de Cebo bekannt.

Der botanische Name Plumeria wurde von seinem Entdecker zu Ehren von Charles Plumier gewidmet; dem Entdecker der Fuchsie. Mittelamerika und die Karibik sind der Ursprung dieser Duftpflanze.

 

Wunderschön & duftend

Das laubabwerfende Ziergehölz aus den Tropen wächst als Strauch oder Baum, der bis zu acht Meter hoch werden kann. Die Blütezeit der wünderschönen und duftenden Pflanze ist von Mitte Mai bis September; in den Tropen blüht sie fast ganzjährig. Frangipani wird in zahlreichen Farben und Formen angebaut und lässt sich sehr gut durch Stecklinge vermehren. Im Umgang mit der Pflanze sollte man vorsichtig sein, da das Holz sehr weich ist und leicht abbricht. Bei Verletzung tritt ein weißer Saft aus, der in höheren Dosen giftig ist. Die duftenden Blüten werden gerne in der Parfümindustrie verwendet. In Asien findet man die Plumeria vor vielen Tempelanlagen und auf Friedhöfen wieder. Dort gilt sie als Sinnbild von Tod und Wiedergeburt. In asiatischen Ländern wird sie als Heilpflanze in der Medizin verwendet.

Düfte mit Frangipani*

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Ylang-Ylang

Ylang-Ylang ist eine Baumart, die ursprünglich auf den Philippinen und in Indonesien beheimatet war. Die Pflanze stammt aus der Familie der Annonengewächse und der Name wird sowohl für die Pflanze als auch für die Blüte verwendet.

Der Ylang-Ylang Baum wird heute in Madagaskar, Sumatra, Haiti, Java und auf den Komoren angebaut. Der bis zu 25 Meter hohe, schnellwachsende und immergrüne Baum verströmt aus den gelblich-weißen Blüten einen intensiven und süßen Duft.

 

Qualitätsstufen

Die Bäume werden auf eine Höhe von 2-3 Meter gehalten, um das Abernten zu erleichtern. Für 1 kg Öl werden ca. 350-400 kg Blüten benötigt. Diese werden am frühen Morgen geerntet. Die Blüten müssen nach der Ernte sofort verarbeitet werden. Ein ausgewachsener Baum bringt einen Ertrag von 20-30 kg Blüten in der Saison. Bei andauernder Destillation werden vier Qualitätsstufen erreicht: komplett, eins, zwei oder drei. Für die Parfümherstellung werden nur die Qualitätsstufen komplett und eins verwendet. Qualitätsstufe zwei wird für Kosmetik verwendet; Stufe drei für die Seifenproduktion. Ylang-Ylang verbindet hervorragend unterschiedlich blumige Noten; der Duft ist elegant, voluminös und originell. Das Holz des Ylang-Ylang Baumes eignet sich zum Bau von kleinen Booten, Trommeln und zum Schnitzen. In Asien werden die Blüten und das Öl in der Volksmedizin verwendet.

Düfte mit Ylang-Ylang*

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