Schlagwort-Archive: Lippen

100 Jahre Form und Farbe der Lippen im Spiegelbild des Wandels

Ausdruck des Lebensgefühls

Die Form und Farbe der Lippen, und damit auch der Lippenstift, war schon immer ein Stimmungsbarometer und Ausdruck des Lebensgefühls einer ganzen Ära stilprägender Frauen. Das galt für die letzten hundert Jahre, und das scheint auch für die Zukunft zu gelten. Diese Ansicht vertritt Li Edelkoort, eine der weltweit renommiertesten Trendforscherinnen, die selbst zur Stilikone geworden ist. Mit ihrem Team in Paris und New York stellt sie mit ihrem Stylingbüro „Trend Union“ die neuesten Farbtrends für Mode, Beauty und für IDesign vor, wagt Ausblicke, was unser Seelenleben und unsere Lebensgewohnheiten bestimmen wird.

Was also wird die Zukunft bringen? Li Edelkoort: „Die Geschichte wird sich immer wieder wiederholen. Bezogen auf den Lippenstift werden ein helles Beige und volle Lippen den Wunsch nach Entschleunigung und nach Nachhaltigkeit symbolisieren. Doch die 2020er Jahre werden definitiv wieder dünnere Lippen bestimmen. Eventuell könnten sich auch Lippen in einem perfekten Rot durchsetzen, die die Gewichtung und Proportionen zwischen den Augen, den Lippen und der Silhouette harmonisch ausbalanciert – Signal einer Ära und des Neuaufbaus der Gesellschaft.“

 

1920 Prohibition und Rebellion

Ein matter, herzförmiger Mund ist Ausdruck für den verführerischen, koketten Look der goldenen 20er Jahre. Die Frauen emanzipieren sich, gehen nachts aus, trinken schwarzgebrannten Whisky und tanzen Charleston. Der Schwarzweißfilm bringt den Film-Mund in den gewagtesten Formen hervor – den „Amorbogen“ von Clara Bow, die „Vamp-Lippen“ von Theda Bara und den „Bienenstich“ von Mae Murray. Die Lippenfarben sind Schwarz* und Granatrot.

Farbe der Lippen

 

1930 Die Zeit der Depression

Ein nach außen gezogener, mit eckigen Kanten geformter Mund steht für den perfektionistischen, strengen Look der nüchternen 30er Jahre. Es ist eine Zeit der Entbehrung und der Sparsamkeit. Frauen wie Greta Garbo und Marlene Dietrich, die eigene Ideen haben und ihr Schicksal selbst bestimmen, sind die Idole. Ihre stählerne, androgyne Ausstrahlung verkörpert die erwachsene Frau. Die Lippenfarbe ist ein seidig-glänzendes Braunrot*.

Farbe der Lippen

 

1940 Die Kriegszeit

Ein voller, mit symmetrischen Bögen geformter Mund repräsentiert den mutigen, selbstbewussten Look der entbehrungsreichen 40er Jahre. Die Männer sind im Krieg und die Frauen halten die Stellung in der Heimat. Leinwandheldinnen aus Hollywood, wie Rita Hayworth, Joan Crawford, Bette Davis und Katherine Hepburn, spiegeln das neue Gefühl für die eigene Stärke wider. Der Lippenstift wird zum Instrument persönlicher Moral, der Stärke signalisiert und Leid kaschiert. Die Lippenfarbe ist ein lackiges Zinnoberrot*.

Farbe der Lippen

 

1950 Die Nachkriegszeit

Ein üppiger, über die natürliche Lippenlinie gezeichneter Mund gibt den Ton für die Zeit des Wiederaufbaus an. Ein weiblicher, verführerischer Look der die Ambivalenz der Frauen zeigt. Sie kämpfen einerseits für die im Krieg errungene Unabhängigkeit und gegen die klassische Frauenrolle, andererseits sehnen sie sich nach ihrer Rolle als Weibchen. Es gibt daher zwei sehr gegensätzliche Identifikationsfiguren, die üppige, weibliche Marilyn Monroe und die unterkühlte, knabenhafte Audrey Hepburn. Die Lippenfarben sind leuchtendes Rot oder Pink*.

Farbe der Lippen

 

1960 Die Zeit der Extreme

Ein voller, weicher Schmollmund repräsentiert den rebellischen Hippie-Look der 60er. Die Entdeckung des Weltalls, die sexuelle Revolution, Woodstock und die Flowerpower-Bewegung bestimmen die Zeit. Der magersüchtig-jugendliche Chic von Twiggy und der provokante Schmollmund von Brigitte Bardot sind Symbole der Ablehnung von pauschalisierter Schönheit, Wohlstand und Konsum. Deshalb – Lippenstift ja, aber unauffällig, fast unsichtbar. Die Lippenfarben sind perlmuttschimmerndes Beige, Babyrosa und Silber* bis Weiß.

Farbe der Lippen

 

1970 Die Disco-Zeit

Ein konturierter, glänzender Mund verleiht dem Disco -Look der 70er seinen schillernden Auftritt. Saturday Night Fever, Studio 54, Plateausohlen, Bhagwan, Räucher-Stäbchen und farbige Soul-Diven wie Gloria Gaynor und Diana Ross bestimmen das Jahrzehnt. Frauen proben die Emanzipation, studieren, leben ohne Trauschein, sind allein erziehend und brechen mit der Konvention. Die Lippenfarben sind selbstbewusst, wie glitzerndes Purpur- und Burgunderrot*.

Farbe der Lippen

 

1980 Die Zeit des Punks

Ein dunkler, breiter Mund repräsentiert den provokanten Punk-Look der 80er. Die Frauen wollen nicht mehr länger Sexualobjekt für Männer sein – Punk ist die erste Anti-Schönheits-Bewegung. Der Transvestite-Chic von Boy George und die Mode von Vivienne Westwood und Malcolm McLaren signalisieren „Stammeszugehörigkeit“. Emanzipierte Frauen wie Pop-Idol Madonna sind Vorbilder. Die Lippenfarben sind dunkel bis Schwarz* mit Metallic-Effekt.

Farbe der Lippen

1990 Die Zeit des Individualismus

Ein natürlich ausgemalter, sauber konturierter Mund in glänzend oder matt dokumentiert den individuellen Look der 90er. Internet, Mobiltelefone, Spaßgesellschaft, Piercings, Tattoos, HipHop, Techno und die Fitness-Welle bestimmen dieses Jahrzehnt des Kommerzes. Die Mode ist geprägt vom immer schneller werdenden Wechsel – alles ist erlaubt. Julia Roberts, Meg Ryan, Demi Moore und Britney Spears – die Stars der Zeit. Die Lippenfarbe Braun* erfährt ein Revival, aber auch jede andere Farbe von dunkel bis hell ist gefragt.

Farbe der Lippen

 

2000 Das neue Millennium

„Cocooning“ heißt das Schlagwort für den Übergang in das neue Jahrtausend, das dem Gefühl für die Rückbesinnung auf innere Werte, auf Freunde und Familie Ausdruck verleiht. Eine Harmonie, die auch vor der Lippenmode nicht Halt macht. Die Form des Mundes folgt der natürlichen Linie. Auch natürliche, sanfte Farben stehen im Vordergrund. Pastellige, zart schimmernde Töne von Beige bis Rosa und Apricot, so genannte Non-colours stehen für den Trend nach Rückbesinnung und der Suche nach Zukunftsorientierung.

Farbe der Lippen

Bild- und Textnachweis: beautypress.de / *Werbelinks

Lippen – Wem steht welcher Rotton?

Der Klassiker

Rote Lippen sind der Klassiker und kommen einfach nie aus der Mode. Umso wichtiger ist es, zu wissen, welcher Rotton zu welchem Hautton perfekt harmoniert, denn Rot steht jedem, aber Rot ist nicht gleich Rot

 

Christiane Plöger, Make-up-Artist und Dekorativ-Expertin bei SOTHYS:

„Es gibt unzählige Farbnuancen, in denen zum einen die gelben, zum anderen die blauen Anteile überwiegen. Der Grundton der Haut bestimmt die passende Farbe. Er wird unterteilt in kühle und warme Haut. Kühler Haut mit bläulich-roséfarbenem Unterton stehen deshalb auch blaustichige Rottöne besser, während brauntoniger Haut beide Varianten stehen, da sie gut mit einem kühlen Kontrast wirken kann. Olivtonige Haut braucht unbedingt Frische durch Rot und rötliche Haut braucht Rottöne mit mehr Gelbanteil.“

 

Marisol Caballero Prada, Make-up-Artist bei lavera Naturkosmetik:

„Kalte, blaustichige Rottöne eignen sich bei helleren Hauttönen, während warme Farben auf gebräunter Haut gut zur Geltung kommen.“

 

Steffen Zoll, Make-up-Artist bei La Biosthétique:

„Kühlere Farben zu kühleren Hauttönen und warme Rottöne zu warmen Farbtypen ist eine grobe Grundregel, die man aber auch gerne mal brechen darf.“

Bildnachweis: Pixabay / Textnachweis: beautypress.de

Die Abnutzungsform des Lippenstiftes verrät den Charakter der Frau

Die Draufgängerin

Sie ist wagemutig, fantasievoll und sehr sinnlich. Ein kreativer Typ mit lebhaftem Temperament und einer starken Persönlichkeit liebt Überraschungen und ein abwechslungsreiches Leben. Genauso abenteuerlich sieht auch ihr Lippenstift aus. Von beiden Seiten gleichmäßig abgenutzt sieht er aus wie ein Flötenmundstück. Sie pfeift auf Konventionen und geht eigenwillig ihren Weg.

 

Abnutzungsform des Lippenstiftes

 

Die Kumpelhafte

Sie hat ein unbekümmertes Naturell, ist redegewandt und eine geborene Diplomatin. Freunde fragen sie oft um ihren Rat, denn sie ist eine gute Zuhörerin und bringt die Dinge immer auf den Punkt. Genauso geradlinig wie sie durchs Leben geht, geht sie mit ihrem Lippenstift um. Flach und verlässlich wird er abgenutzt. Frauen empfinden sie nicht als Konkurrenz, Männer nicht als Lustobjekt – egal wie hübsch sie aussieht.

 

Abnutzungsform des Lippenstiftes

 

Das Superweib

Sie ist sanftmütig, feminin und hat ein ausgeprägtes Harmoniebedürfnis. In ihrer Gesellschaft fühlt sich jeder wohl, denn sie ist ohne Ecken und Kanten – einfach eine wunderbare Geliebte, hervorragende Köchin und liebevolle Ehefrau. In ihrem Leben läuft alles gezielt und planmäßig, denn sie überlässt nichts dem Zufall. Nicht mal die Abnutzung ihres Lippenstifts, auch das ist eine runde Sache.

 

Abnutzungsform des Lippenstiftes

 

Die Powerfrau

Sie ist selbstsicher, ausgeglichen, gewissenhaft und hat eine Liebe zum Detail. Mit viel Energie und Kreativität nimmt sie jede Hürde. Sie hat ein super Gedächtnis, ist nicht nachtragend und immer der Mittelpunkt des Freundeskreises. Im Leben geht es für sie immer steil nach oben, wie die Form ihres Lippenstifts. Also kein Typ Frau, der hinter den Herd gehört – ihr Temperament kann niemand zügeln.

 

Abnutzungsform des Lippenstiftes

 

Die Gefühlvolle

Sie ist sensibel, nachdenklich und zurückhaltend. Ihre Leidenschaft blüht im Verborgenen und in ihrer Traumwelt ist alles viel schöner als in der Realität. Sie sucht Verständnis, Freundschaft und Nähe, wird aber öfters enttäuscht. Dieser Wunsch nach einem innigen Verhältnis zeigt sich auch durch den festen Druck auf ihren Lippenstift, der eine deutliche „Kuhle“ zeigt. Große, romantische Worte, Gedichte und bezaubernde Lyrik lassen sie zur heißen Liebhaberin werden.

 

Abnutzungsform des Lippenstiftes

 

Bildnachweis: Pixabay / beautypress.de / Textnachweis: beautypress.de

Der perfekte Winter-Kussmund

Lip, Lip, Hurra!

Inspiriert von der Farbe der Liebe und der Pantone Farbe des Jahres 2018 entstanden die Trendfarben des diesjährigen Winters – Rot und Lila, zwei Farben mit einer besonderen Verbindung. Denn in Lila trifft Blau auf Rot. In unterschiedlichen Nuancen und Mischungen kommen alle drei in den Lippenstiften der Saison vor. Von dunklen Rotweintönen über ein helles Kirschrot bis hin zu einem blaustichigen Lila ist für jeden Geschmack und jeden Hauttyp etwas dabei. Wichtig bei allen Farben ist natürlich die richtige Pflege mit Lippenbalsam und Peeling vorab, so dass die Lippen bei den anstehenden Festen des Jahres in vollem Glanz erstrahlen.

 

Rot heißt die Trendfarbe des Winters!

Ob dunkel-matte Rotwein-Nuancen oder helle Kirsch-Töne – knalliges Rot ist Trend und strahlt stets Eleganz aus. Fashion-Victims tragen jetzt dunkle Rotweintöne von Burgundy Red bis Brombeere. Wer’s klassischer mag, wählt mattes Kirschrot. Wichtig bei allen Nuancen sind natürlich gepflegte Lippen. D. h. immer zuerst eine gute Lippenpflege verwenden, dann für mehr Halt einen Primer als Grundlage auftragen oder die Lippen alternativ etwas abpudern. Dann den Mund mit einem Konturenstift in der Farbe des Lippenstiftes ausmalen und anschließend den Lippenstift mit einem festen Lippenpinsel auftragen. Sehr cool wirkt der Look, wenn die Farbe nicht ganz exakt aufgepinselt, sondern sachte mit den Fingerspitzen auf den Mund getupft wird. Dazu passt ein glossy Finish. Für Eilige eignen sich die neuen Liquid Lipsticks. Die Farbe lässt sich damit ganz präzise aufzeichnen und die ultraleichte Textur pflegt die zarte Haut nebenbei noch.

 

Welches Rot passt zu mir?

Wichtig bei der Farbwahl: Wer einen kühlen Hautton hat, sollte zu eher bläulichen Rottönen (z. B. pinkstichiges Rot oder Beere) greifen. Auch leuchtendes Erdbeerrot passt gut zu einem hellen Teint. Hat die Haut einen goldigen Unterton, sehen warme Nuancen wie Kirsche oder Rottöne mit einem leichten Orangestich besser aus.

 

Let’s Party! Lila Lippenstift für sexy Nachtschwärmer

Lila ist mutig, ganz schön heiß und schreit nach einer wilden Partynacht. Da probieren wir den Trend-Ton doch gleich mal zur nächsten Sause aus. Auch hier gilt: Kalte und blaustichige Töne passt gut zu hellen Hauttypen, Nuancen mit warmem Touch besser zu leicht gebräunter Haut. Wichtig, damit der selbstbewusste Look gut zur Geltung kommt, ist ein zurückhaltendes Augen-Make-up.

 

Pump up the volume! Jetzt riskieren wir eine dicke Lippe

Wer sich einen sexy Schmollmund wünscht, greift einfach zu diesen kleinen Schmink-Tricks: Highlighter auf den Amorbogen (die kleine Einkerbung in der Mitte der Oberlippe) hat einen leichten 3D-Effekt und mogelt die Lippen optisch voller. Auch mit etwas Contouring geht das gut: Dafür einfach mit Bronzer oder dunklem Puder (eine Nuance dunkler als der Hautton) einen leichten Schatten unter den mittleren Teil der Unterlippe malen und absoften. Wer abschließend noch etwas Gloss auf die Lippenmitte aufträgt, darf sich über ein pralles Ergebnis freuen. Enthält der Gloss zusätzlich Inhaltsstoffe wie Minze, Ingwer oder Chili, wirkt das wie ein natürlicher Lippen-Booster, weil die ätherischen Pflanzenöle die Durchblutung anregen und die Lippen voller aussehen lassen.

 

Zum Knutschen! Tolle Farben und Pflege in einem

Wenn’s draußen frostig kalt ist, werden auch unsere Lippen blasser. Eine ganz natürliche Reaktion unseres Körpers, der durch eine schwächere Durchblutung versucht Wärme zu sparen. Sehr clever, aber nicht unbedingt schön, so ein fahl und blutleer wirkender Mund. Wie gut, dass es getönte Lippenpflege-Balms gibt, die beides verbinden: pflegende Inhaltsstoffe und einen Hauch seidige Farbe, der uns sofort frischer aussehen lässt. Einige Lippenschmeichler punkten sogar noch mit Wohlfühl-Düften, wie z. B. Vanille, Kirschblüte oder Melone – hmmm… lecker!

 

Rubbelkur für zarte Kussmünder

Selbst der tollste Lippenstift kann auf spröder Haut nicht glänzen. Ein kleines Lippenpeeling ist da die beste Party-Vorbereitung. Ganz fix geht das mit einer weichen Zahnbürste oder einem feucht-warmen Frotteetuch. Einfach sachte in kreisenden Bewegungen über die Haut führen und sich anschließend über das zarte Ergebnis freuen. Ist die Partie sehr trocken, mischt man einfach etwas Olivenöl mit braunem Zucker und trägt das Pflege-Peeling mit den Fingerspitzen auf. Ein Klecks Honig danach geht natürlich auch immer, denn der wirkt antibakteriell und entzündungshemmend.

 

Nicht ohne meinen Lippenbalsam! Pflege muss sein

Lippen besitzen weder Schweiß- noch Talgdrüsen. Deshalb können sie kein Eigenfett produzieren. Gerade im Winter ist die zarte Haut besonders anfällig für Trockenheit und kleine Risse. Wer den Mund mehrmals am Tag mit einem Lippenbalsam einfettet, wird trotz des rauen Wetters mit einem soften Knutschmund belohnt. Sheabutter ist bekannt für ihre pflegenden Eigenschaften. Auch das Hautvitamin Dexpanthenol kann die Hautschutzbarriere stärken und vor dem Austrocknen schützen. Pflanzliche Öle wie z. B. Jojoba- oder Mandelöl halten die Lippen ebenfalls zuverlässig geschmeidig. Gute Feuchtigkeitsbinder schaden auch nie: z. B. Glycerin, Aloe Vera und natürlich Hyaluronsäure, die reichlich Wasser bindet und nebenbei gleich noch feine Fältchen ebnet.

 

Und abends? Da geht’s ab in die Maske!

Warum nicht mal den Mund mit einer pflegenden Maske verwöhnen? Gut eignen sich reichhaltige Pflegemasken fürs Gesicht, spezielle Lippenmasken aus der Parfümerie oder dem Drogeriemarkt oder eine DIY-Maske, die wir fix aus dem Fruchtfleisch einer halben Avocado und einem Esslöffel Honig zaubern. Etwa 15 Minuten sollte die Extraportion Pflege einwirken, dann kann sie mit einem Wattepad abgenommen werden.

 

Schon gewusst, dass…

– auf dem Amorbogen der Oberlippe ein Akupressurpunkt sitzt, der den Appetit hemmt?
– Kräuselfältchen an der Oberlippe durch einen Östrogenmangel entstehen können?
– die älteste bisher gefundene „Lippensalbe“ aus dem Jahr 3500 v. Chr. stammt? Sie wurde bei Ausgrabungen der sumerischen Stadt Ur entdeckt.
– Lipbalm auch den Lidern einen glossy Schimmer verleiht? Einfach mit dem Finger eine dünne Schicht auf die Augenlider streichen – fertig ist das shiny Augen-Make-up.

Bildnachweis: lavera / Textnachweis: beautypress.de

Lipstick Love – Satte Farben für graue Tage

Beauty-Must-have

Einst galt der Lippenstift als unanständig, gar obszön – heute ist er ein absolutes Beauty-Must-have, die Farbauswahl und Texturen lassen inzwischen keine Wünsche mehr offen. Weltweit werden pro Minute ca. 20 Lippenstifte verkauft – und an grauen, tristen Tagen sind es statistisch gesehen sogar besonders viele. Kräftige, leuchtende Töne sind genau das Richtige, um dem Winterwetter zu trotzen! beautypress verrät, welchem Typ welche Farbe am besten steht und was für Trendtöne die dunkle Jahreszeit aufhellen.

 

Schön wie Kleopatra: Kosmetik mit Geschichte

Schon im alten Mesopotamien schminkten sich Frauen die Lippen, in Ägypten waren Kleopatra und Nofretete nicht nur für ihre dunkel umrandeten Augen, sondern auch für ihren verführerisch roten Mund bekannt. Hierzulande wurde das Betonen der Lippen während des Barocks sehr populär, wobei die Farbe durch das gleichzeitig blass geschminkte Gesicht besonders hervorgehoben wurde. Die Herstellung der färbenden Cremes blieb jedoch eine echte Herausforderung.

1883 wurde auf der Weltausstellung in Amsterdam das erste lippenfärbende Produkt in fester Stiftform präsentiert. Nach anfänglicher Kritik und Skepsis angesichts der damals als anzüglich geltenden roten Lippen und der hohen Preise verhalfen französische Stars und Sternchen dem Lippenstift bald zu wachsender Popularität. Bald wurde er nicht mehr nur in dünnem Seidenpapier eingewickelt, sondern in einer praktischen Metallhülse und zum Herausdrehen angeboten. Dadurch konnte er nun auch in der Handtasche aufbewahrt und die Farbe auch unterwegs schnell aufgefrischt werden. Inzwischen ist der Lippenstift das beliebteste Beauty-Produkt, präsentiert sich kussecht oder glossy, matt oder glitzernd, in dezenten Farben oder knallig – und bietet jeder Krise die Stirn: Auch in schwierigen Zeiten wie Rezessionen verzichten Frauen nicht darauf, sich einen neuen Lippenstift zu gönnen.

 

Farbe bekennen – aber richtig!

Um die perfekte Lippenstiftfarbe zu finden, muss erst einmal der Hautunterton bestimmt werden: Schimmern die Venen an der Innenseite des Handgelenks bläulich, ist der Unterton kühl, bei grünlichem Durchscheinen warm.

Helle, kühle Hauttypen – oftmals Wintertypen – bringen dank kräftiger Lippenstifte mit blauem Unterton satte Farbe in die grauen Monate. Kühles Weinrot, strahlendes pinkes Magenta oder dunkle Pflaume stehen ihrem Schneewittchen-Teint nicht nur perfekt, sondern lassen nebenbei auch die Zähne weißer scheinen. Hellere Hauttypen mit warmem Unterton setzen dem wolkenverhangenen Himmel dagegen lieber wärmere, nicht allzu grelle Töne wie Himbeer- oder Erdbeerrot entgegen. Diejenigen mit dunkler und sehr dunkler Haut bringen ihren Kussmund dafür mit Lippenstiften auf braunfarbiger Basis sowie solchen mit einem Hauch Magenta oder Violett am schönsten zur Geltung, bei einem Olivstich schmeichelt der Trägerin beispielsweise kräftiges Weinrot.

 

Auftrag ausgeführt!

Die perfekte Vorbereitung für einen gelungenen Farbauftrag bildet ein sanftes Lippenpeeling, das für eine „glatte Grundlage“ sorgt. Neben dem Lippenstift kommt dann auch Lipliner zum Einsatz – gerade bei dunklen Farben ist dies wichtig, damit sie nicht unschön fransig „auslaufen“. Ist der Lipstick nicht an sich schon cremig oder glossig, kann anschließend noch ein Tupfen Gloss oder ein Pflegestift auf die Lippen gegeben werden.

 

Trend-Töne

Schon im Fokusthema zu den kommenden Herbst-Winter-Trends verriet Burcu Koc (Junior Manager Trends & Innovation, cosnova GmbH), dass trendy Lippen diese Saison mit tiefroten Nuancen und beerigen Tönen verführen. Ein besonders angesagter Rotton ist dieses Jahr außerdem Marsala: Die an edlen Likörwein erinnernde Pantone-Farbe erobert gerade die Beauty-Szene – und passt in den Herbst- und Wintermonaten besonders gut.

Bildnachweis: p2 cosmetics / Textnachweis: beautypress.de