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100 Jahre Form und Farbe der Lippen im Spiegelbild des Wandels

Ausdruck des Lebensgefühls

Die Form und Farbe der Lippen, und damit auch der Lippenstift, war schon immer ein Stimmungsbarometer und Ausdruck des Lebensgefühls einer ganzen Ära stilprägender Frauen. Das galt für die letzten hundert Jahre, und das scheint auch für die Zukunft zu gelten. Diese Ansicht vertritt Li Edelkoort, eine der weltweit renommiertesten Trendforscherinnen, die selbst zur Stilikone geworden ist. Mit ihrem Team in Paris und New York stellt sie mit ihrem Stylingbüro „Trend Union“ die neuesten Farbtrends für Mode, Beauty und für IDesign vor, wagt Ausblicke, was unser Seelenleben und unsere Lebensgewohnheiten bestimmen wird.

Was also wird die Zukunft bringen? Li Edelkoort: „Die Geschichte wird sich immer wieder wiederholen. Bezogen auf den Lippenstift werden ein helles Beige und volle Lippen den Wunsch nach Entschleunigung und nach Nachhaltigkeit symbolisieren. Doch die 2020er Jahre werden definitiv wieder dünnere Lippen bestimmen. Eventuell könnten sich auch Lippen in einem perfekten Rot durchsetzen, die die Gewichtung und Proportionen zwischen den Augen, den Lippen und der Silhouette harmonisch ausbalanciert – Signal einer Ära und des Neuaufbaus der Gesellschaft.“

 

1920 Prohibition und Rebellion

Ein matter, herzförmiger Mund ist Ausdruck für den verführerischen, koketten Look der goldenen 20er Jahre. Die Frauen emanzipieren sich, gehen nachts aus, trinken schwarzgebrannten Whisky und tanzen Charleston. Der Schwarzweißfilm bringt den Film-Mund in den gewagtesten Formen hervor – den „Amorbogen“ von Clara Bow, die „Vamp-Lippen“ von Theda Bara und den „Bienenstich“ von Mae Murray. Die Lippenfarben sind Schwarz* und Granatrot.

Farbe der Lippen

 

1930 Die Zeit der Depression

Ein nach außen gezogener, mit eckigen Kanten geformter Mund steht für den perfektionistischen, strengen Look der nüchternen 30er Jahre. Es ist eine Zeit der Entbehrung und der Sparsamkeit. Frauen wie Greta Garbo und Marlene Dietrich, die eigene Ideen haben und ihr Schicksal selbst bestimmen, sind die Idole. Ihre stählerne, androgyne Ausstrahlung verkörpert die erwachsene Frau. Die Lippenfarbe ist ein seidig-glänzendes Braunrot*.

Farbe der Lippen

 

1940 Die Kriegszeit

Ein voller, mit symmetrischen Bögen geformter Mund repräsentiert den mutigen, selbstbewussten Look der entbehrungsreichen 40er Jahre. Die Männer sind im Krieg und die Frauen halten die Stellung in der Heimat. Leinwandheldinnen aus Hollywood, wie Rita Hayworth, Joan Crawford, Bette Davis und Katherine Hepburn, spiegeln das neue Gefühl für die eigene Stärke wider. Der Lippenstift wird zum Instrument persönlicher Moral, der Stärke signalisiert und Leid kaschiert. Die Lippenfarbe ist ein lackiges Zinnoberrot*.

Farbe der Lippen

 

1950 Die Nachkriegszeit

Ein üppiger, über die natürliche Lippenlinie gezeichneter Mund gibt den Ton für die Zeit des Wiederaufbaus an. Ein weiblicher, verführerischer Look der die Ambivalenz der Frauen zeigt. Sie kämpfen einerseits für die im Krieg errungene Unabhängigkeit und gegen die klassische Frauenrolle, andererseits sehnen sie sich nach ihrer Rolle als Weibchen. Es gibt daher zwei sehr gegensätzliche Identifikationsfiguren, die üppige, weibliche Marilyn Monroe und die unterkühlte, knabenhafte Audrey Hepburn. Die Lippenfarben sind leuchtendes Rot oder Pink*.

Farbe der Lippen

 

1960 Die Zeit der Extreme

Ein voller, weicher Schmollmund repräsentiert den rebellischen Hippie-Look der 60er. Die Entdeckung des Weltalls, die sexuelle Revolution, Woodstock und die Flowerpower-Bewegung bestimmen die Zeit. Der magersüchtig-jugendliche Chic von Twiggy und der provokante Schmollmund von Brigitte Bardot sind Symbole der Ablehnung von pauschalisierter Schönheit, Wohlstand und Konsum. Deshalb – Lippenstift ja, aber unauffällig, fast unsichtbar. Die Lippenfarben sind perlmuttschimmerndes Beige, Babyrosa und Silber* bis Weiß.

Farbe der Lippen

 

1970 Die Disco-Zeit

Ein konturierter, glänzender Mund verleiht dem Disco -Look der 70er seinen schillernden Auftritt. Saturday Night Fever, Studio 54, Plateausohlen, Bhagwan, Räucher-Stäbchen und farbige Soul-Diven wie Gloria Gaynor und Diana Ross bestimmen das Jahrzehnt. Frauen proben die Emanzipation, studieren, leben ohne Trauschein, sind allein erziehend und brechen mit der Konvention. Die Lippenfarben sind selbstbewusst, wie glitzerndes Purpur- und Burgunderrot*.

Farbe der Lippen

 

1980 Die Zeit des Punks

Ein dunkler, breiter Mund repräsentiert den provokanten Punk-Look der 80er. Die Frauen wollen nicht mehr länger Sexualobjekt für Männer sein – Punk ist die erste Anti-Schönheits-Bewegung. Der Transvestite-Chic von Boy George und die Mode von Vivienne Westwood und Malcolm McLaren signalisieren „Stammeszugehörigkeit“. Emanzipierte Frauen wie Pop-Idol Madonna sind Vorbilder. Die Lippenfarben sind dunkel bis Schwarz* mit Metallic-Effekt.

Farbe der Lippen

1990 Die Zeit des Individualismus

Ein natürlich ausgemalter, sauber konturierter Mund in glänzend oder matt dokumentiert den individuellen Look der 90er. Internet, Mobiltelefone, Spaßgesellschaft, Piercings, Tattoos, HipHop, Techno und die Fitness-Welle bestimmen dieses Jahrzehnt des Kommerzes. Die Mode ist geprägt vom immer schneller werdenden Wechsel – alles ist erlaubt. Julia Roberts, Meg Ryan, Demi Moore und Britney Spears – die Stars der Zeit. Die Lippenfarbe Braun* erfährt ein Revival, aber auch jede andere Farbe von dunkel bis hell ist gefragt.

Farbe der Lippen

 

2000 Das neue Millennium

„Cocooning“ heißt das Schlagwort für den Übergang in das neue Jahrtausend, das dem Gefühl für die Rückbesinnung auf innere Werte, auf Freunde und Familie Ausdruck verleiht. Eine Harmonie, die auch vor der Lippenmode nicht Halt macht. Die Form des Mundes folgt der natürlichen Linie. Auch natürliche, sanfte Farben stehen im Vordergrund. Pastellige, zart schimmernde Töne von Beige bis Rosa und Apricot, so genannte Non-colours stehen für den Trend nach Rückbesinnung und der Suche nach Zukunftsorientierung.

Farbe der Lippen

Bild- und Textnachweis: beautypress.de / *Werbelinks

Schokolade – Genuss und Leidenschaft der zarten Verführung!

Schokoladennachfrage ungebremst

Trotz steigender Kakaopreise ist die Schokoladennachfrage ungebremst. Ein Hauptgrund dafür sei die starke Nachfrage in Europa. Vor allem die Deutschen stehen ganz oben auf der Liste der Schokoliebhaber: 9,5 Kilogramm Pralinen, Tafeln und Riegel nascht jeder von uns jährlich im Schnitt. Doch was macht Schokolade so besonders? Warum sind wir nahezu süchtig nach dem zarten Genuss? Und ist Schokolade nun tatsächlich gesund oder eher gesundheitsgefährdend?

 

Ein langer Weg von Mittelamerika nach Europa

Der Ursprung von Schokolade liegt in Mittelamerika im Gebiet des heutigen Mexiko, Guatemala und Honduras beim Stamm der Olmeken. Das Wort „cacao” bedeutet in ihrer Sprache Baum und sie waren die ersten, die ca. 1000 v. Chr. Kakaobäume kultivierten und aus deren gerösteten Samen ein Getränk zubereiteten, das heute als Urform der Trinkschokolade angesehen wird. Ihre Nachfahren, die Azteken und Mayas, nannten ihren Powerdrink aus gemahlenem Kakao „Xocolatl“ ( Kakao & Wasser) oder „Chacau haa“ (heißes Wasser).

Während die Majas ihren Kakao heiß tranken, genossen die Azteken ihre scharfe Kreation lieber kalt. Diese ersten Kakaogetränke bestanden laut Überlieferung aus zerstoßenen, gerösteten Kakaobohnen, die in Wasser schaumig geschlagen wurden. Die Azteken und Mayas liebten ihren Kakao scharf und bitter, sie würzten ihn mit Piment, Pfeffer, Chili oder Vanillemark. Allerdings durfte nicht jeder diese edlen Getränke zu sich nehmen – nur Adlige, Krieger und Priester kamen in den Genuss. In beiden Völkern waren die Kakaobäume heilig, ihre Bohnen wurden sogar bis ins 16. Jahrhundert als Zahlungsmittel eingesetzt.

 

Schokolade

 

Schokolade

Schokolade

 

 

 

 

 

 

 

Die erste Tafelschokolade

Unter Eroberer Hernando Cortez entdeckten die Spanier 1519 in Mexiko das Geheimnis der Kakaobohnen. Die Siedler mochten das bittere Getränk allerdings nicht besonders, und so kamen sie auf die Idee, die Brühe mit Rohrzucker zu süßen. 1544 brachten Dominikanermönche als Geschenk der Mayas bereits gezuckerte Schokolade an den spanischen Hof und schnell entwickelte sich das Getränk zum Trend unter dem spanischen Adel. Über 100 Jahre lang hielt Spanien das Handelsmonopol auf die begehrten Bohnen – doch über die Fürstenhöfe verbreitete sich die Schokolade schnell in ganz Europa und es entstanden so genannte Kakaostuben, vor allem in Italien.

1828 gelang es dem dem Niederländer Coenraad J. van Houten Kakaopulver herzustellen, wie wir es kennen – so dass man es einfach mit Milch oder Wasser mischen konnte. Die britische Schokoladenmanufaktur „Fry & Sons“ kam auf die Idee, dieses Kakaopulver mit Zucker und geschmolzener Kakaobutter zu mischen und entwickelte so 1847 die erste Tafelschokolade. Mit der ersten Milchschokolade von Daniel Peter 1875 begann nun auch der Siegeszug des braunen Glückes in der Arbeiterklasse.

 

Schokolade

 

Schokolade

Schokolade

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Glücklich, süchtig, aphrodisierend?

Wissenschaftler finden immer wieder neue Hinweise darauf, dass Schokolade, beziehungsweise Kakao, zahlreiche wirksame Stoffe enthält. Macht Schokolade glücklich? Schokolade enthält Tryptophan, das im menschlichen Körper abgebaut wird, wodurch das „Glückshormon“ Serotonin entsteht. Auch das enthaltene Theobromin gilt als Stimmungsaufheller – doch von beiden Stoffen ist so wenig enthalten, dass sie nicht für das Glücksgefühl beim Schokoladengenuss verantwortlich sind. Auch Phenylethylamin, das für eine aphrodisierende Wirkung in Schokolade verantwortlich sein soll, ist in zu geringer Dosierung vorhanden, um wirksam zu sein. In Schokolade sind in der Tat Stoffe enthalten, die erwiesenermaßen süchtig machen können. Doch auch diese sind deutlich zu gering, um ein Suchtverhalten zu bedingen.

Menschen, die täglich Unmengen an Süßigkeiten und Schokolade essen, sind nicht körperlich abhängig von Süßem, sondern psychisch: In Versuchen wurden diesen Personen sämtliche in Schokolade enthaltenen Substanzen zugeführt, und dennoch verspürten sie weiterhin Lust auf „richtige“ Schokolade. Der in Schokolade enthaltene Zucker macht zwar nicht abhängig, löst aber im Gehirn Belohnungsreaktionen aus. Daher sollte man dem Verlangen ab und zu nachgeben, die Schokolade dann aber bewusst genießen. Aufgrund des hohen Zuckergehalts ist Schokolade natürlich nicht gut für die Zähne. Und dank des zusätzlichen Kakaofetts enthält sie sehr viele Kalorien.

 

Schokolade

 

Genuss dunkler Schokolade

Viele Studien belegen, dass vor allem der maßvolle Genuss dunkler Schokolade positive Effekte hat. So soll sie das Risiko für Herzinfarkte senken. In Kakao kommen so genannte Flavanole vor, die zu den sekundären Pflanzenstoffen gehören. Sie machen die Blutgefäße elastischer und können leicht blutdrucksenkend wirken. Doch dafür muss es schon Schokolade mit einem Kakaoanteil von mindestens 60% sein – also dunkle Schokolade. Für Zartbitterschokolade genügt schon ein Kakaogehalt von mindestens 34%.

Je höher der Kakaoanteil, umso hochwertiger ist die Schokolade, denn dann enthält sie weniger Zucker. Sorten mit der Bezeichnung „halbbitter“ haben etwa 50% Kakaoanteil, „edelbittere“ mindestens 60%. Inzwischen sind sogar Sorten mit bis zu 98% Kakao erhältlich. Milchschokolade enthält dagegen oft nur 20% Kakao und bis zu 50% Zucker. Weiße Schokolade dürfte streng genommen gar nicht Schokolade heißen, denn sie enthält überhaupt keine Kakaomasse – ihre Hauptzutaten sind Zucker, mindestens 20% Kakaobutter und Trockenmilchmasse.

 

Schokolade

 

Textnachweis: livingpress.de / *Bilder enthalten Werbelinks

Die Geschichte des Nagellacks und der Nagelpflege

1800
Kurze, leicht betonte mandelförmige Nägel sind Mode. Gelegentlich sind sie gefärbt mit parfümiertem rotem Öl und mit Lederläppchen auf Hochglanz poliert.

1830
In Europa wird ein Arzt namens Sitts von den Zahnhölzern aus Orangenholz inspiriert, diese auch für die Maniküre einzusetzen. Mit seinen Orangenholzstäbchen schiebt man die aufgeweichte Nagelhaut schonend zurück. Vor dieser Erfindung entfernte man die Nagelhaut mit allerlei Geräten aus Metall, mittels Säure oder Scheren.

1892
Die Nichte von Dr. Sitts macht diese neue Form der Maniküre international bekannt. Auch in Amerika finden ihre Vorträge großen Anklang und es entstehen Maniküre-Salons für Frauen aller Einkommensklassen.

1900
Um die Nägel in Form zu bringen, werden die Nägel mit Metallscheren geschnitten und anschließend mit Metallfeilen bearbeitet. Um ihnen mehr Glanz zu geben, werden entweder zart eingefärbte Cremes oder Puder in die Nägel einmassiert. Es gibt bereits einen Vorläufer unseres heutigen Nagellacks, der mit einem Kamelhaarpinsel aufgetragen wird, aber schon nach einem Tag wieder abgeht.

1910
In New York City wird die Firma „Flowery Manicure Products“ gegründet. Sie produzieren Metallnagelfeilen und erfinden das sogenannte „Emery Board“, eine Feile mit Holzkern und feinstem Granatstaub (die sogenannte Papierfeile), die sie erfolgreich einführen. Das Emery Board wird zum Basisprodukt jeder Maniküre.

1914
Anna Kindred aus North Dakota reicht ein Patent für einen Fingernagelschutz ein, ein Überzug, der die Nägel vor Verfärbung schützt, wenn man mit Chemikalien oder anderen färbenden Mittel arbeitet.

1917
„Schneiden Sie nicht die Nagelhaut“ warnt im November eine Werbeanzeige in der Vogue. „Machen Sie stattdessen die Simplex Methode von Home Manicuring, für die man keine speziellen Accessoires benötigt.“ Inhalt der Simplex Muster-Maniküre-Sets sind Nagelhautentferner, Nagelpolitur, Nagellack, Nagelweißstift, Orangenholzstäbchen, Papiernagelfeile und ein Broschüre mit Lektionen zum Home Manicuring. Immer mehr Frauen möchten glänzende Nägel und benutzen dazu Schleifmittel, Politurpasten oder Politurpuder.

1920
Filmstars werden hauptsächlich nach dem so genannten „Kindchen-Schema“ geschminkt: große Augen, großer Mund, kleine Nasen. Dies wird mit kurzen Haaren noch betont. Für die Nägel gibt es immer noch keinen richtigen Lack, aber die boomende Autoindustrie schafft durch die Entwicklung des Autolacks endlich die richtige Basis.

1925
Ein durchsichtiger rosaroter Nagellack kommt auf den Markt. Er wird nur in der Nagelmitte aufgetragen, der Mond und die Nagelspitze bleiben farblos. Die 20er und 30er Jahre sind für Beatrice Kaye, die bei MGM für die Maniküre zuständig ist, die Phase der „Mond-Maniküre“. Die Nagelhaut wird entfernt und der überstehende Nagel spitz gefeilt. Danach wird der Lack auf den Nagel, aber nicht auf den Nagelmond aufgetragen. Manchmal bleibt auch die Spitze unlackiert. In dieser Zeit verbietet es die Etikette „anständigen“ Frauen, die Nägel in kräftigen oder grellen Farben zu lackieren.

1930
Hollywoods legendäre Filmdiven, wie Jean Harlow, Gloria Swanson oder Rita Hayworth, verschaffen dem Nagellack endgültig den Durchbruch und bringen ihn international in Mode. Ihr Look wirkt kultiviert und elegant und ist immer tadellos gepflegt. Die „Mond-Maniküre“ feiert mit neuen Rottönen weitere Erfolge. Gena Laboratories führen einen Nagellackentferner, Nagelhautöl und Nagelhautentferner ein.

1932
Charles Revson und sein Bruder Joseph, ein Chemiker, stellen mit Charles Lachman einen farbintensiven, deckenden Nagellack her, der sich streifenfrei auftragen lässt. Er basiert nicht auf Farbstoffen sondern auf neuartigen Farbpigmenten, die sich besser auflösen lassen und eine größere Auswahl an Farben ermöglichen. Die Marke Revlon* ist geboren. Unter der Marke kommen Rottöne von Hellrot bis Purpurrot auf den Markt. Sie propagiert in den 30er Jahren als erste den Trend, Lippen und Nägel in derselben Farbe zu schminken.

1934
Anna Hamburg aus Kalifornien patentiert eine künstliche Nagelfarbe, die leicht aufgetragen und entfernt werden kann, ohne den natürlichen Nagel zu beschädigen. Maxwell Lappe, ein Zahnarzt aus Chicago, erfindet „Nu Nails“, einen künstlichen Fingernagel für Nägelkauer.

1935
Eugene Rohrbach aus New Jersey patentiert einen Nagelschutz, der sich ohne Klebstoff anbringen lässt. Er wird über und unter den überstehenden Nagel geschoben.

1937
Harriet Fligenbaum aus Minnesota erhält ein Patent auf künstliche Nagelspitzen zur Reparatur und Verlängerung von Nägeln.

1940
Rita Hayworth steht Pate für einen neuen Look: Ihre langen roten Nägel sind oval gefeilt und vollständig ausgemalt, lassen also den Nagelmond nicht mehr frei. Zum Verkaufsschlager entwickeln sich kräftige Farben wie z. B. die Nagellackfarbe „Schoolhouse Red“ von Elizabeth Arden, sie kostete damals 0,75 Cent.

1945
Nach Ende des Weltkriegs wird auch das Make-up* wieder wichtiger und die Frauen können sich auf neue Nagellacke freuen, die nun in Rot, Pink und anderen Farben zu haben sind. Max Factor führt den Satin Smooth Nail Polish ein.

1950
Die Nagellack-Welt wird immer bunter und die Nagelmode bevorzugt entweder dunkle, in eine spitze Form gefeilte Nägel oder einen Naturlook mit hellen Farben und oval geformt. In den 50er Jahren gibt es auch den ersten Unterricht für Maniküren, der Vorläufer des heutigen Naildesigns. Revlon bietet dazu ein Trainingskit mit einer Grundausstattung für professionelle Nagelmodellage an.

1957
Thomas Slack erhält ein Patent für eine Schablone, die unter die Nagelspitze passt und der Kosmetikerin hilft, den natürlichen Nagel mit Acryl zu verlängern. Diese Methode wird unter „Pattinail“ von Slack hergestellt und vertrieben.

1970
Das Jahrzehnt der Kunstnägel ist endgültig angebrochen. Acryl-Nägel und Nagelverlängerungen sind jetzt viel belastbarer und fühlen sich natürlich an. Sie sind vom Naturnagel kaum noch zu unterscheiden. Der gerade abgefeilte Nagel kommt in Mode und ist zu dieser Zeit besonders gefragt. Durch die neue Technik werden extrem lange Nägel immer populärer und gelten besonders in den USA als sexy.

1972
In diesem Jahr kamen Metallic-Nagellacke in blau und grün auf den Markt, die silberne Glitzerpartikel enthielten. Sie entwickelten sich zum Faschingshit des Jahres und wurden auch im Sommer zum Trend für Finger- und Fußnägel.

1980
Acryl wird von Fiberglas, das als neuester Stand der Technik gilt, mehr und mehr abgelöst. Die Dekoration des Nagels beschränkt sich nicht mehr nur auf einfarbigen Nagellack, durch weitere Farben, Schmucksteinchen und andere Accessoires werden die Nägel zu regelrechten Kunstwerken. Der Beruf der Nail-Designerin wird etabliert und Schulungen und Wettbewerbe sorgen für steigende Popularität.

1990
Das neue Jahrzehnt beginnt kreativ mit einem Nagellackstift von Margaret Astor, der wie ein Filzstift die Farbe an den Nagel abgibt. Dann wird auch noch der erste „duftende Nagellack“ von der Marke Manhattan* auf den Markt gebracht. Es gibt mehrere Varianten, die entweder nach Früchten oder nach Vanille und Flieder riechen.

1991
Auf Wasserbasis ist ein Peel-off-Lack, der ebenfalls von Manhattan eingeführt wird. Er lässt sich vom Nagel abziehen und hält maximal 2 Tage.

1995
Im Film „Pulp Fiction“ trug Uma Thurman erstmals den Nagellack „Rouge Noir“ von Chanel, der in diesem Jahr lanciert wurde. So erlangte das verführerische Tiefdunkelrot des Nagellacks an großer Popularität, die bis heute anhält.

2000
Der klassische Look der French Manicure setzt sich durch. Durch seine edle, schlichte und natürliche Optik sieht er zu jeder Gelegenheit perfekt aus.

2009
Auf der Fashion Week in Paris stimmt Karl Lagerfeld den Nagellack auf die Haute Couture-Kleider ab und ebnet damit den Weg für den ungewöhnlichen blassgrünen Farbton „407 Jade“. Armani kontert mit „Greige“, einer neuen eleganten Grau-Variante. Getoppt wird der Hype um die Trend-Nagellackfarben 2010 durch den Run auf Chanels „505 Particulière“ – eine Kombination aus Grau und Lila.

2011
Alessandro lanciert mit Lac Sensation den ersten Nagellack, der so leistungsfähig ist wie ein UV-Gel und bis zu drei Wochen hält. Er lässt sich wie normaler Nagellack auftragen und trocknet in nur 60 Sekunden unter UV-Licht.

Bildnachweis: marigo – Fotolia / Textnachweis: beautypress.de / *Werbelinks

Die Geschichte der Kerze

Vom Kienspan zur Kerze

Die Erfindung der Kerze liegt mindestens 3.000 Jahre zurück. Die ersten Kerzen, die man z. B. im Vorderen Orient nützte, hatten allerdings wenig mit unseren heutigen Kerzen gemeinsam: Sie bestanden aus Stroh, Hanf, Schilfrohr usw., das man in Fett oder Harz tränkte – entsprechend war der Geruch und der Gestank! Bienenwachs als Brennmaterial fand erst viel später Verwendung. Die älteste heute noch erhaltene Wachskerze stammt aus dem 1. Jh. nach Christus und wird in der provencalischen Stadt Vaison-la-Romaine aufbewahrt. Wachs war noch im Mittelalter so teuer, dass man es wie Zobelfelle oder Flachs als Zahlungsmittel akzeptierte.

Teure Wachskerzen konnten sich nur Kirchen und wohlhabende Fürstenhäuser leisten. Der normale Bürger jener Zeit musste sich dagegen mit dem Abbrennen der stark rauchenden Kienspäne begnügen. Kerzen fanden erst weitere Verbreitung, als Ende des 18. Jahrhunderts die ersten größeren Produktionsstätten für Kerzen entstanden. 1824 meldete der französische Chemieprofessor Eugenè Chevreul ein Patent zur Herstellung von Kerzen aus Stearin (natürliches Wachs) an. 1825 folgte noch ein Zusatzpatent für einen geflochtenen und chemisch konservierten Docht. Die Kerze in der Form, wie wir sie heute kennen, war geboren. Der Luxusartikel Kerze wurde bezahlbarer und entwickelte sich im wahrsten Sinne zum „Dauerbrenner“.

 

Kerze

 

Romantik und Wärme

Heute werden Kerzen in allen erdenklichen Farben und Formen hergestellt – der Fantasie und den technischen Möglichkeiten sind heute (fast) keine Grenzen mehr gesetzt. So verbreiten beispielsweise Kerzen in Herzform eine romantische Stimmung – mit Teelichten lassen sich Speisen und Getränke über einen längeren Zeitraum warm halten. Und auch Kerzen mit Zusatzfunktionen erfreuen sich steigender Beliebtheit: Aromakerzen beduften die eigenen vier Wände und entführen je nach Stimmung in ein Rosenbeet, in einen Orangenhain, auf eine sommerliche Blumenwiese oder in ein Kaffeehaus!

Textnachweis: kerzenguete / *Bilder enthalten Werbelinks

Die Geschichte der Zahnbürste

Mit Holzstöckchen fing alles an

In Indien wird im vierten Jahrhundert erstmals ein Utensil zur Zahnreinigung schriftlich erwähnt: In der berühmten altindischen Sammlung medizinischen Wissens, der „Susruta“, ist von faserig gekauten Zweigen die Rede – sie wurden zusammen mit einer Mixtur aus Honig, Öl und Gewürzen verwendet. Der Prophet Mohammed (570-632) war wohl einer der ersten überzeugten Zähneputzer. Er schnitzte sich kleine Holzstäbchen aus Wurzeln, um damit Speisereste aus den Zähnen zu entfernen – ein solcher „Miswak“ oder „Siwak“ wird heute noch im arabischen Raum verwendet.

 

Die erste Zahnbürste nach heutigem Verständnis wurde wahrscheinlich in China gefertigt und fand 1498 schriftliche Erwähnung. Zunächst war sie pinselförmig, rund ein Jahrhundert später wurde der erste plattenförmige Borstenträger – wie er heute noch üblich ist – in einer chinesischen Enzyklopädie dokumentiert. In Deutschland wird die Zahnbürste 1749 das erste Mal im „Universallexikon aller Wissenschaften und Künste“ genannt. Als besonderer Luxusartikel war sie zur Zeit der großen Könige nur reichen Adels- oder Hansefamilien vorbehalten.

Ende des 18. Jahrhunderts beginnt ihre eigentliche „Laufbahn“ in deutschen Landen: Ein Münchener Bürstenmacher stellt einen Antrag zur Ausübung der „Zahnbürstlmachung“ aus Knochen sowie eingezogenem Ziegen- und Pferdehaar. 1906 wurde Zähneputzen als Unterrichtsfach an englischen Schulen eingeführt. Seit 1909 gab es unter englischen Schülern Zahnbürstenclubs – durch Großeinkauf war es möglich, Zahnbürsten zum Stückpreis von rund 18 Pfennig zu erwerben, die dann für 20 Pfennig an interessierte Clubmitglieder abgegeben wurden.

Seit ca. 1950 wurden die ersten Zahnbürsten entwickelt, die unseren heutigen Ansprüchen genügen – mit weichen Nylon-Borsten. Heute benutzen etwa 80%  der Deutschen zur täglichen Mundpflege eine Handzahnbürste. Und ihre Entwicklung ist in den letzten Jahrzehnten rasant vorangeschritten: Kleinere und abgewinkelte Bürstenköpfe, verfeinerte Borsten und gebündelte Büschel sind nur einige Beispiele. Verblassende Indikatorborsten zum rechtzeitigen Wechsel der Bürste, schräg gestellte CrissCross-Borsten zur noch gründlicheren Plaque-Entfernung oder spezielle Zahnbürsten für verschiedene klinische Bedürfnisse stellen die derzeit fortschrittlichsten Entwicklungen dar.

Bildnachweis: svort – Fotolia / Textnachweis: beautypress.de