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Destillation

Die älteste und häufigste Methode zur Gewinnung von Duftölen ist die Destillation. Vor ca. 5.500 Jahren wurde dieses Verfahren von den Völkern Mesopotamiens entwickelt. Diese lebten im heutigen Irak. Der arabische Chemiker Musa Dschabir ibn Hayyan verbesserte 800 Jahre n. Chr. das Destillations-Verfahren, welches durch die Entdeckung von Ethanol 1.000 Jahre n. Chr. immer mehr an Bedeutung gewann. Damals wurden die Blüten direkt im Wasser gekocht. Heute werden die Blüten über dem kochendem Wasser auf ein Gitter gelegt. Diese Technik ist wesentlich schonender für die Rohstoffe. In der französischen Parfum-Hochburg Grasse erlangt die Destillation durch Dampferzeugung in verschiedenen Kesseln die Perfektion.

 

Kräuter & Hölzer

Für die Destillation eignen sich besonders weniger empfindliche Pflanzen, wie z. B. Kräuter und Hölzer. Der aufsteigende Wasserdampf löst die Duftstoffe aus den Pflanzenteilen. Zum Auffangen des Destilliergutes wird der aufsteigende Wasserdampf in eine Kondensationsvorrichtung, dem sogenannten Alambic, weitergeleitet. Hier entsteht das Kondensiergut. Dieses wird nach dem Herunterkühlen in der Florentiner Flasche aufgefangen. In dieser Flasche trennt sich das Destilliergut vom Wasser. Das schwerere Wasser sinkt nach unten. Es läuft aus dem Ablaufhahn ab. Das reine ätherische Öl wird durch den Deckel der Florentiner Flasche abgeschöpft. Diese wird in der Fachsprache auch „huiles essentielles“ genannt.

Enfleurage ( kalte Enfleurage )

Bei der Enfleurage unterscheidet man zwischen der kalten und der warmen Enfleurage (Mazeration). Die kalte Enfleurage ist ein sehr altes Verfahren zur Gewinnung von ätherischen Ölen in der Parfümherstellung. Es wird schon seit mehreren Jahrhunderten angewandt. Dieses Verfahren ist sehr teuer und zeitintensiv. Wegen des hohen Kostenaufwandes wird es nur noch in Grasse, der Parfüm-Hochburg Frankreichs, praktiziert.

 

Reines Blütenöl

Täglich werden neue Blüten auf einer Glasplatte ausgelegt. Diese Glasplatte wurde vorher mit Rinder- oder Schweineschmalz bestrichen. Hierbei wird das Fett von den wertvollen ätherischen Ölen gesättigt. Diese Prozedur wird in einem Zeitraum von drei Monaten täglich wiederholt. So gewinnt man aus dem gesättigten Fett die sogenannte Pomade. Um das reine Blütenöl, das absolue d´enfleurage, vom Fett zu trennen, wird die Pomade anschließend mit hochprozentigem Ethanol ausgewaschen.

Expression

Die Expression, das Auspressen, ist eine Methode zur Gewinnung von ätherischen Ölen in der Parfümherstellung. Diese wird speziell für Temperatur empfindliche Rohstoffe verwendet, welche zur Destillation ungeeignet sind. Die ätherischen Öle von Zitrusfrüchten befinden sich in deren Schalen. Um diese zu gewinnen, werden die Schalen von Orangen, Zitronen oder Pampelmusen angestochen, abgerieben und ausgepresst. Die dabei austretenden Essenzen werden mit Schwämmen aufgesogen.

Extraktion

Die Extraktion wird heute zur Duftgewinnung mit am häufigsten verwendet. Die Extraktion ist ein physikalisches Trennstoffverfahren. Mit Hilfe flüchtiger Lösungsmittel (z.B. Butan, Äther, Methanol, Hexan oder Karbondioxid) werden den natürlichen Rohstoffen die Duftstoffe entzogen. Bei diesem Verfahren wird mit niedrigen Temperaturen gearbeitet. So werden weniger Riechstoffe zerstört und die hohe Qualität des Produktes bleibt erhalten.

 

Reines Blütenöl

Die Blüten oder tierischen Rohstoffe werden mit den Lösungsmitteln in Extraktionsbehälter gefüllt. In diesen Behältern werden die Rohstoffe auf feine Gitternetze geschichtet oder in rotierende Trommeln gepumpt. Dabei werden ihnen die ätherischen Öle, Farbstoffe und Wachse entzogen. Durch die Erwärmung verflüchtigt sich das Lösungsmittel und wird dabei von den Rohstoffen getrennt. Dieser Vorgang erzeugt das „l´essence concrète“. Um das reine Blütenöl zu erhalten wird diese Masse nochmals gereinigt und mit Alkohol vermischt. Durch die Verdunstung des Alkohls entsteht bei diesem letzten Arbeitsgang das reine „l´essence absolue“.